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Niedersachsen Händeschütteln vor Hochwassergebieten
Nachrichten Politik Niedersachsen Händeschütteln vor Hochwassergebieten
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19:04 10.06.2013
Politiker vor Ort: Stephan Weil, Stefan Wenzel und Boris Pistorius besuchen die Hochwassergebiete in Niedersachsen. Quelle: dpa
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Hannover

Es sind immer die gleichen Bilder. Helfer füllen Sandsäcke, bauen Schutzwälle und retten Hab und Gut vor der nahenden Rekordflut. Dazwischen stehen Politiker vor Kameras und Mikrofonen, schütteln Hände, reden mit müden Bürgern, Helfern und Einsatzleitern. Seit rund zwei Wochen flimmern Bilder wie diese über die Mattscheiben, füllen seitenweise Zeitungen und Internetseiten - von der Donau aus Bayern, von der Mulde in Sachsen, von der Elbe in Sachsen-Anhalt. Jetzt ist Niedersachsen an der Reihe.

Während der Elbe-Scheitel näher rückt, ist die landespolitische Prominenz schon seit Tagen vor Ort. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne), Innenminister Boris Pistorius und an diesem Montag Regierungschef Stephan Weil (beide SPD). Die Menschen sehen es mit gemischten Gefühlen – Erinnerungen werden wach an 2002, als Gerhard Schröder (SPD) sich in Gummistiefeln im Elbhochwasser den Sieg bei der schon verloren geglaubten Bundestagswahl sicherte.

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„Der Großteil unserer Helfer empfindet die Besuche als störend“, sagt etwa Jens Christ, Sprecher der Feuerwehr Samtgemeinde Elbtalaue. Dagegen betont Renate Reibe aus Hitzacker: „Ich finde es super, dass Weil hier ist und sich ein eigenes Bild macht.“

Für Weil und seine Regierungskollegen sind die Besuche in der Hochwasserregion trotz aller Kritik wichtig und unverzichtbar. „Es ist eine sehr angespannte Lage, aber es ist auch ein gutes Gefühl, dass alle Beteiligten alles geben und die Vorbereitung ein hohes Niveau hat“, sagt er am Morgen - ohne Gummistiefel, die liegen noch im Koffer. Er wolle sich bei den Helfern bedanken, den Betroffenen Mut zusprechen und sich selbst ein Bild von der Situation machen.

„Man ist Mitbürger, man macht sich Sorgen, man macht sich Gedanken, man ist voller Hochachtung und Anerkennung für das, was die Menschen dort leisten“, betont auch Pistorius im Deutschlandfunk. „Politiker ist man in dem Moment überhaupt nicht mehr.“

Dabei ist das große Medienspektakel in Niedersachsen bislang ausgeblieben. Weder der Hubschauber von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch der von Bundespräsident Joachim Gauck landeten in der Gegend zwischen Hitzacker und Bleckede. Dafür lies sich Merkel am Montag von Weil per Telefon über den aktuellen Stand berichten. Ob sie auch anreisen werde, sei offen, heißt es offiziell. Informierte Kreise schließen aber nicht aus, dass Merkel schon am Mittwoch gemeinsam mit Weil vor den niedersächsischen Deichen stehen könnte.

Für den Politikwissenschaftler Wichard Woyke müssen Politiker bei Hochwasser einen regelrechten Spagat absolvieren. „Sie müssen präsent sein, das wird von ihnen erwartet. Aber es darf nie anbiedernd sein, das wirkt störend und könnte als Flut-Tourismus verstanden werden.“

dpa

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