Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Stephan Weil will Schattenkabinett vorstellen
Nachrichten Politik Niedersachsen Stephan Weil will Schattenkabinett vorstellen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:15 06.09.2012
Von Michael B. Berger
Doris Schröder-Köpf (l.) gilt als eine Kandidatin für Stephan Weils (r.) Schattenkabinett. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Nach der Sommerpause werde er sein „Team“ bekanntgeben, hat Stephan Weil angekündigt. Ende dieses Monats wird der SPD-Ministerpräsidentenkandidat seine ganz speziellen Kandidatinnen und Kandidaten für Ministerposten präsentieren - nach und nach. Dass dabei ganz unterschiedliche Gesichtspunkte berücksichtigt werden müssen, hat Weil diese Woche vor der SPD-Landtagsfraktion deutlich gemacht, in der etliche hoffen, bei einem eventuellen Wahlsieg mit einem Amt bedacht zu werden. Doch nach Weils Vortrag hätten einige auch nachdenkliche Gesichter gemacht, hieß es. Denn der Kreis derjenigen, die einen Platz im „Team“ bekommen, wird wohl eher klein und fein sein.

Als gesetzt gilt Olaf Lies, ehemaliger SPD-Landesvorsitzender und Konkurrent Weils bei der Abstimmung über die Spitzenkandidatur. Dass sich nach dem Mitgliederentscheid keine Gräben zwischen dem Hannoveraner und den Genossen im SPD-Bezirk Weser-Ems auftaten, wird auch der souveränen Reaktion Lies’ auf seine Niederlage zugerechnet. So ist es sehr wahrscheinlich, dass Lies Ende des Monats als SPD-Wirtschaftsminister in spe vorgestellt wird, als Fachmann für die maritime Wirtschaft hat er sich profiliert.

Anzeige

Doch dann hört es schon auf mit den Wahrscheinlichkeiten und kommen auch Beobachter schnell in den Bereich der Spekulation. Denn über seine personellen Pläne schweigt Weil eisern. „Nur er weiß, wen er ansprechen wird“, sagt ein Vertrauter: „Das wird jetzt in aller Stille vor sich gehen.“

Vor der Fraktion habe Weil ausgeführt, dass für ihn vor allem fachliche Kompetenz zähle, aber auch die jeweilige Ausstrahlung eines Kandidaten oder einer Kandidatin berücksichtigt werden müssten wie auch regionaler Ausgleich. Auch die Geschlechterfrage sei ein wesentlicher Gesichtspunkt. „Die Hälfte der Menschheit will berücksichtigt werden“, heißt es. Strahlendste Kandidatin für ein Landtagsmandat ist derzeit Doris Schröder-Köpf. Doch in der SPD werden derzeit gar nicht so viel Wetten auf die engagierte Hannoveranerin abgeschlossen. Sie selbst hat hier und da erkennen lassen, dass sie sich hinten anstellen und erst einmal in die Landespolitik einarbeiten wolle.

Wahrscheinlicher ist da schon, dass eine starke Frau aus Braunschweig, die Bundestagsabgeordnete Carola Reimann Berücksichtigung im Team finden könnte, möglicherweise auch die Schulexpertin Frauke Heiligenstadt - eine Kämpfernatur. Wen Weil zum Schatten-Innenminister berufen will, scheint völlig offen. Genannt wird der Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pistorius, Interesse haben könnten der Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende oder auch Heiger Scholz Hauptgeschäftsführer des Städtetags. Offen ist, wer für Soziales antritt, Uwe Schwarz gilt als Fachmann, aber mehr auch nicht. Völlig offen scheint, wer das Justizressort „abdecken“ soll. Dass sich der Jurist Weil hier Hilfe von außen holt, ist gut möglich. Ende Oktober soll die Kür abgeschlossen sein.

Niedersachsen „Wohlfühltour“ durch Niedersachsen - Horst Seehofer zu Gast bei David McAllister
Michael B. Berger 08.09.2012
Saskia Döhner 03.09.2012
03.09.2012