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Niedersachsen Wechsel in Braunschweig und Hameln
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20:16 15.06.2014
Von Klaus Wallbaum
Kann sich über einen deutlichen Sieg freuen: Ulrich Markurth (SPD).
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Braunschweig

Der Sekt war schon lange kalt gestellt, auf ein gutes Ergebnis waren die Genossen seit Wochen vorbereitet. Dass der bisherige Sozialdezernent Ulrich Markurth von der SPD Braunschweigs neuer Oberbürgermeister werden und die 13-jährige Herrschaft eines christdemokratischen Verwaltungschefs beenden kann, schien sowieso wahrscheinlich. Die Höhe seines Erfolges (66,5 Prozent) nicht. Im ersten Wahlgang lag Markurth, ein eher stiller, vermittelnder Politiker, mit 46 Prozent klar vor seinem Kontrahenten Hennig Brandes (CDU) mit 34 Prozent. Aber die CDU gab sich nicht geschlagen, kämpfte für alle sichtbar: Jeden Tag wurden Brandes’ Großflächenplakate neu beklebt. Klinkenputzen – das kann der CDU-Mann mindestens ebenso gut wie sein SPD-Gegenkandidat.

Genützt hat es am Ende nur wenig. Mit seinen 33,5 Prozent muss Brandes angeschlagen das Feld verlassen. Dabei hätte die CDU in der Stadt eine Aufmunterung gebraucht, die Landtags- und die Bundestagswahl im vergangenen Jahr liefen nicht optimal – und nun geht es darum, gute Kandidaten für die Kommunalwahl im Herbst 2016 zu gewinnen. Wie soll das klappen, wenn der CDU-Kandidat für den Verwaltungschef nicht glänzen kann? Bei der SPD indes kennt die Freude keine Grenzen: Der frühere Ministerpräsident Gerhard Glogowski ist gekommen und strahlt, Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann auch. Als die ersten Teilergebnisse von Markurths klarem Sieg künden, klatschen sie, stoßen an, hauen sich gegenseitig auf die Schultern. Nach Hannover ist nun auch die zweitgrößte wieder in SPD-Hand. Im Herbst steht noch die OB-Wahl in Oldenburg bevor. Nur Osnabrück ist seit einigen Monaten an der Verwaltungsspitze schwarz.

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Trotzdem hat auch die CDU an diesem Sonntag ihren Grund zur Freude. In Hameln schaffte der 40-jährige Rechtsanwalt Claudio Griese den Sprung auf den Stuhl des Oberbürgermeisters – dank einer funktionierenden schwarz-grünen Kooperation in der Stadt. Gegenkandidat Ralf Wilde von der SPD landet bei nur 43,4 Prozent. Aus Hameln sendet die CDU damit ein doppeltes Signal des Aufbruchs nach Hannover – ein junger Mann siegt, außerdem einer, der gegenüber den Grünen keine Berührungsängste hegt. Für die SPD, die erst im vergangenen Jahr ihren Landratskandidaten in Hameln-Pyrmont zum Sieg geführt hatte, ist das ein Warnsignal.

In zwei anderen Großstädten gewannen die SPD-Bewerber, allerdings unterschiedlich. Der Erfolg des SPD-Kandidaten Rolf-Georg Köhler in Göttingen fällt mit 58,8 Prozent nicht überragend aus, sein parteiloser, von der CDU gestützter Kontrahent Martin Rudolph schaffte immerhin 41,2 Prozent. Rudolph genoss Sympathien bei den Grünen, konnte aber am Ende nicht im erhofften Umfang in deren Wählermilieu Anklang finden.

Deutlich dagegen ist der Sieg des langjährigen Lüneburger Stadtoberhauptes Ulrich Mädge. Der SPD-Mann, der im ersten Durchgang nur knapp die absolute Mehrheit verfehlt hatte, erreicht nun 71,4 Prozent. Ein schönes Ergebnis für Mädge, der schon 23 Jahre lang der oberste Repräsentant der Stadt ist. Eckhard Pols von der CDU, Bundestagsabgeordneter, hatte gegen den populären Verwaltungschef keine Chance.

Einige Überraschungen gab es auch. In Stadthagen, Langenhagen und Garbsen, drei SPD-Hochburgen, wurden die SPD-Bürgermeister abgewählt. Sieger sind zweimal die CDU-Bewerber, in Stadthagen ein parteiloser Kandidat. Im ostfriesischen Leer ist eine CDU-Frau Bürgermeisterin. In Fallingbostel verpasste der CDU-Bürgermeister seine Wiederwahl.

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