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Niedersachsen Vier zu eins für die SPD
Nachrichten Politik Niedersachsen Vier zu eins für die SPD
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17:02 14.06.2014
Von Klaus Wallbaum
Quelle: Symbolfoto
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Hannover

Die Hamelner CDU hatte sich eine Überraschungsaktion ausgedacht: Am Freitagmorgen platzierte sie an allen Ausfallstraßen der Stadt Helfer, die den Vorbeifahrenden große Plakate entgegenstreckten: „Guten Morgen“, nach 20 Metern „Stichwahl am 15. Juni“, nach wieder 20 Metern „Für den Neuanfang in Hameln“, und abschließend dann „Ihr Kandidat Claudio Griese“. Manche Autofahrer werden verblüfft gewesen sein – schon wieder Wahlen? Das war doch erst!

Viele wissen gar nicht, dass sie noch einmal an die Urne müssen – denn neue Wahlbenachrichtigungen hat es nicht  gegeben, und der „Stichwahlkampf“ hatte nicht die Kraft wie der Wahlkampf vor dem ersten Durchgang am 25. Mai. In 46 niedersächsischen Kommunen wird am Sonntag zwischen den beiden Bestplatzierten entschieden, wer Bürgermeister wird. Fünf Wahlen sind überregional bedeutend: der Regionspräsident in Hannover und die Oberbürgermeister in Braunschweig, Hameln, Göttingen und Lüneburg. Die Prognose lautet vier zu eins für die SPD-Bewerber – nur in Hameln gilt der CDU-Mann als Favorit.

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Braunschweig als zweitgrößte Stadt des Landes könnte nach 13 Jahren straffer Führung des christdemokratischen Oberbürgermeisters Gert Hoffmann an die SPD gehen. Deren Kandidat, der bisherige Sozialdezernent Ulrich Markurth, hatte in der ersten Runde mit 46 Prozent klar vor Hennig Brandes (CDU) mit 34 Prozent gelegen. Aber Brandes, derzeit Großraum-Verbandsdirektor, gibt sich nicht geschlagen. Noch in den letzten Tagen verstärkte er seine Haustürbesuche. Ob er den großen Abstand zum populären Markurth aufholen kann, ist aber ungewiss. Die SPD fischt stark im bürgerlichen Lager und lobt die von ihr früher oft gerügte Hoffmann-Politik von Privatisierungen und Schlossneubau.

■ In Lüneburg ist Amtsinhaber Ulrich Mädge (SPD) klarer Favorit. Seit 23 Jahren übt er dieses Amt aus, und am 25. Mai hatte er mit 48,7 Prozent nur knapp die absolute Mehrheit verfehlt. CDU-Kandidat Eckehard Pols hat keine wirkliche Chance.

■ In Göttingen liegt SPD-Kandidat Rolf-Georg Köhler zwar klar vorn, weil er auf ein funktionierendes rot-grünes Bündnis bauen kann. Im ersten Durchgang hatte er rund zehn Punkte vor dem parteilosen Martin Rudolph gelegen, der von der CDU aufgestellt wurde. Ein Selbstläufer wird die Stichwahl für den SPD-Mann aber nicht, denn Rudolph verspricht Bürgernähe und bedient mit diesem Thema das klassische grüne und liberale Milieu.

■ In Hameln wird die Wahl spannend, mit Claudio Griese könnte ein CDU-Bewerber die vor acht Jahren von der SPD aufgestellte Susanne Lippmann ablösen. Griese ist ein junger, sehr sachlicher Anwalt, er steht für ein schwarz-grünes Bündnis in der Stadt. Als sich die Grünen jüngst für ihn aussprachen, hat das manche eingefleischten Rot-Grün-Anhänger aufgeschreckt. Im ersten Wahlgang aber war der Abstand zwischen Griese, der 48 Prozent bekam, und dem SPD-Bewerber Ralf Wilde nicht so groß – es waren nur fünf Prozentpunkte.

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