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Niedersachsen Stopp der Küstenautobahn verärgert Niedersachsen
Nachrichten Politik Niedersachsen Stopp der Küstenautobahn verärgert Niedersachsen
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21:28 05.06.2012
Von Klaus Wallbaum
Foto: So sieht der ursprüngliche Bauplan aus, doch der soll auf Eis gelegt werden.
So sieht der ursprüngliche Bauplan aus, doch der soll auf Eis gelegt werden. Quelle: HAZ-Grafik
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Hannover

„Ich halte das für einen schweren Fehler. Die Signale bei einem überregional wichtigen Investitionsvorhaben werden auf Stopp gestellt“, sagte Volker Müller von den Unternehmerverbänden Niedersachsens. Ministerpräsident David McAllister erinnerte daran, dass es sich „um ein zentrales verkehrspolitisches Vorhaben aller fünf norddeutschen Bundesländer“ handele: „Jedes Land plant seine Abschnitte und erwartet, dass die A 20 in anderen Bundesländern wie vereinbart weitergeführt wird.“

Die Küstenautobahn soll westlich von Lübeck starten, nordwestlich an Hamburg vorbeiführen und die Elbe bei Drochtersen mit einem Tunnel unterqueren. Danach soll sie an Stade und Bremervörde vorbei bis nach Bremerhaven und Wilhelmshaven führen. Bisher ist das Vorhaben nur auf schleswig-holsteinischer Seite im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans, nicht in Niedersachsen. Die norddeutschen Länder wollten sie aber gemeinsam vorantreiben und haben Ende Februar einen entsprechenden Beschluss gefasst. Damals war Schleswig-Holstein noch von der inzwischen abgewählten CDU/FDP-Regierung vertreten. Im neuen Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und SSW ist nun vorgesehen, die Autobahn westlich von Lübeck lediglich einige Kilometer bis zur A 7 zu führen und dann mitten in Schleswig-Holstein enden zu lassen. Der Weiterbau sei in dieser Legislaturperiode des Landtags sowieso nicht weiterzuführen, heißt es im Vertrag der Parteien.

In Hannover zeigt der Unternehmervertreter Müller dafür kein Verständnis: Die Küstenautobahn sei „ein Schlüsselprojekt für den ganzen Norden“, da über die neue Trasse die immer bedeutender werdenden Häfen angeschlossen werden könnten. Auf niedersächsischer Seite soll die Autobahn über 113 Kilometer gebaut werden und rund 1,3 Milliarden Euro kosten. Dazu käme die Untertunnelung der Elbe bei Drochtersen, für die etwa eine Milliarde Euro aufgewendet werden müsste. Die Pläne für Teilabschnitte sind teils weit gediehen.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, zeigte sich zerknirscht, zumal Teilstrecken in Schleswig-Holstein schon kurz vor der Planfeststellung stehen: „Der Bund wird weiter mit dem Verkehrsminister in Schleswig-Holstein über das Projekt verhandeln. Was die Grünen dazu beitragen, interessiert uns nicht.“

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