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Niedersachsen Strafanzeige gegen Ehepaar Grotelüschen
Nachrichten Politik Niedersachsen Strafanzeige gegen Ehepaar Grotelüschen
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08:16 12.08.2010
Von Saskia Döhner
Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU). Quelle: Frank Wilde
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Zwei Mäster einer Erzeugergemeinschaft aus Mecklenburg-Vorpommern, die von der Firma Mastputen-Brüterei Ahlhorn aus Großenkneten (Kreis Oldenburg) mit Küken beliefert worden sind, sollen in ihren Ställen Puten gequält haben. „Report Mainz“ hatte am Montagabend Bilder von kranken und sterbenden Puten gezeigt.

Die Mastputen-Brüterei Ahlhorn gehört Grotelüschens Mann Garlich, die Ministerin selbst war früher dort als Geschäftsführerin tätig. An der Erzeugergemeinschaft ist die Firma von Grotelüschens Manns zu 30 Prozent beteiligt.

Das Landwirtschaftsministerium in Hannover wies am Mittwoch erneut die Anschuldigungen zurück. „Die Anwälte sind in Stellung gebracht“, sagte Sprecher Gert Hahne. Ob die Ministerin, die Mastputen-Brüterei, die Erzeugergemeinschaft oder die betroffenen Betriebe ihrerseits selbst Anzeige erstatten, ist noch unklar. Man prüfe die rechtlichen Möglichkeiten, hieß es. Am Freitag stellt sich die Ministerin den Fragen des Agrarausschusses.

Hahne sagte, möglicherweise handle es sich auch nur um eine Inszenierung Petas. Es sei unklar, ob die Aufnahmen tatsächlich aus den Ställen der Mäster stammten. Peta sprach dagegen von gerichtsfestem Beweismaterial. Elke Friedrich, Geschäftsführerin der Erzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern, betonte, dass die Mäster zwar die Küken von der Ahlhorner Brüterei beziehen, aber ansonsten völlig eigenständig seien. Garlich Grotelüschen nehme keinerlei Einfluss auf Entscheidungen. Die in gemästeten Tiere kommen zum Schlachten später zurück nach Niedersachsen, getötet und zerlegt werden sie in der Schlachterei Geestland in Wildeshausen.

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