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Niedersachsen Suche nach neuer SPD-Spitze läuft auf Duell hinaus
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17:22 05.02.2010
Stefan Schostok (links), Detlef Tanke (Mitte) und Olaf Lies. Quelle: lni
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Dieser hatte überraschend seinen Rückzug von der Spitze der Landespartei angekündigt. Der Landespartei-Vize Lies aus Friesland und der hannoversche SPD-Bezirkschef Schostok gelten in der Landtagsfraktion als SPD-Talente mit Zukunft, in der allerersten Reihe standen sie bislang aber nicht.

Für die neue Parteiführung wird es darauf ankommen, das Profil der gebeutelten Niedersachsen-SPD für den Kommunalwahlkampf 2011 und für die Landtagswahl 2013 zu stärken. Die SPD hatte sich nach Wahlniederlagen immer wieder in internen Streitereien aufgerieben. In den nächsten Wochen wollen sich die Bewerber um das Parteiamt in mehreren Veranstaltungen der Basis präsentieren. Gewählt wird die neue Führung beim Landesparteitag Ende Mai.

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Als möglicher Kandidat war auch der Landtagsabgeordnete und Vize-Fraktionschef Detlef Tanke aus Gifhorn im Gespräch, er setzt sich nun aber für Lies ein. Dieser sei der am besten geeignete Kandidat, sagt Tanke. Er habe die größte Ausstrahlungskraft und die Fähigkeit, die Partei zu führen. „Lies ist geradlinig, offen und kommunikativ.“

Außerdem wurde am Freitag noch bekannt, dass sich auch ein weitgehend unbekanntes SPD-Mitglied ohne jegliche Funktion in der Partei gemeldet habe, Stefan Preuße aus der Region Gifhorn. Er habe sein Interesse signalisiert, hieß es bei der Landespartei in Hannover nur kurz.

Den Wettbewerb um die Spitzenposition werden wohl der 42-jährige Lies, stellvertretender Landrat in Friesland, und sein Fraktionskollege Schostok austragen. Lies, Ingenieur und Vater von zwei Kindern, ist durch die kommunale Parteiarbeit geprägt. Er gilt als Politiker, der auf Menschen zugehen kann. Zuletzt hat er auch in der Auseinandersetzung mit dem unter Druck geratenen Ex-Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke Durchsetzungsvermögen gezeigt.

Seit zwei Jahren sitzt Lies im niedersächsischen Landtag - genau wie der 45-jährige Schostok. Der Sozialpädagoge, der bislang eher zurückhaltend auftrat, führt in Hannover seit Herbst vergangenen Jahres den größten der vier SPD-Bezirke. Vorher war er leitender Geschäftsführer des Bezirks und wirkte vor allem nach innen.

Beide Kandidaten müssen nun das oft spürbare Konkurrenzdenken der SPD-Bezirke überwinden und möglichst viele Sozialdemokraten hinter sich scharen. Am 13. Februar stellen sich die Bewerber zunächst dem SPD-Parteirat vor, danach der Basis. Der personelle Neuanfang für die Landespartei könnte nun auch den Druck auf die Landtagsfraktion erhöhen. Unklar bleibt aber, ob der 61 Jahre alte Fraktionschef Wolfgang Jüttner das Amt in jüngere Hände gibt. Die Wahlen sind im September vorgesehen.

lni

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