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Niedersachsen Tausende Besucher beim „Tag der Niedersachsen“
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15:10 22.06.2009
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Der Rattenfänger von Hameln. Quelle: Uwe Dillenberg
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In der beschaulichen Stadt im Weserbergland, in der in diesem Jahr die Rattenfängersage 725-jähriges Jubiläum feiert, erlebten sie ein dreitägiges Fest voller Rekorde: Noch nie wurde beim Tag der Niedersachsen ein so umfangreiches Kulturprogramm geboten, noch nie wurden so viele Festzelte aufgebaut, noch nie so viele Kilometer Kabel verlegt, noch nie kamen so viele Menschen zum Trachtenumzug. Rund 3800 Teilnehmer zogen am Sonntag in prachtvollen Gewändern durch die Stadt.

Traditionell wurde der Tag der Niedersachsen vom Ministerpräsidenten eröffnet. Christian Wulff, der am Freitag seinen 50. Geburtstag gefeiert und deshalb nur eineinhalb Stunden geschlafen hatte, ehe er nach Hameln aufbrach, lobte die sagenhafte Atmosphäre „mit der größten Sammlung von Renaissance-Häusern nördlich der Alpen“. Er gratulierte Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann und Innenminister und Chefkurator Uwe Schünemann zum gelungenen Fest als Akt kultureller Identitätsstiftung für Niedersachsen. Außerdem sei es einfach schön, wenn man plötzlich einer Trachtengruppe begegne, die erst Tänze aufführt und anschließend einen Holunderschnaps ausgibt.

Den Besuchern wurde von zahlreichen Orchestern und Chören auf gleich zwölf Bühnen Musikprogramm geboten. Neben der Popband Marquess traten auch Guildo Horn und Roberto Blanco auf – wobei der dunkelhäutige Schlagersänger aus München („Ein bisschen Spaß muss sein“) den CDU-Politiker Wulff besonders freundlich begrüßte: „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten!“ Mehrere zehntausend Zuschauer verfolgten am Sonnabendabend eine beeindruckende Lichtershow auf der Weser: Mit Laserprojektionen, DLRG-Fackelschwimmern und einem Nebelteppich des Technischen Hilfswerks wurde die Rattenfängersage in spektakulären Bildern nacherzählt, ehe die Techniker beim Finale das Niedersachsenross über der Weser leuchten ließen.

Bei kühlen Temperaturen zogen die Menschen über die Festmeile in und um die Innenstadt Hamelns.

Den Tag der Niedersachsen in Hameln lobte Kurator Schünemann als Fest der Superlative. Die Stadt habe mit Diskonächten und der Lasershow neue Akzente gesetzt. Mit einem breit gefächerten Musikprogramm zwischen Pop und Punk und einem umfangreichen Sportangebot, das der Landessportbund organisierte, entwickelte sich der Tag der Niedersachsen bei seiner 29. Auflage weiter vom klassischen Trachten- hin zum Volksfest. „Die Trachten sind wunderbar, aber wir wollen zeigen, dass Niedersachsen noch mehr zu bieten hat“, sagte Schünemann.

Das ist den Veranstaltern in Hameln gelungen – vor allem Dank des Engagements von rund 8000 Aktiven aus niedersächsischen Vereinen und Verbänden. Mit der Übergabe des Staffelstabs an Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende aus Celle, wo im nächsten Jahr der „Tag der Niedersachsen“ ausgerichtet wird, sind die Rattenfängerfeierlichkeiten in Hameln noch lange nicht vorbei: Bereits am 26. Juni steht der weltgrößte Kinderauszug an, bei dem Hamelner Kinder dem Rattenfänger zu einem 15 Kilometer entfernten Berg folgen sollen.