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Niedersachsen Tausende Studenten demonstrieren für bessere Bildung
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16:23 09.06.2010
Tausende Studenten und Schüler haben am Mittwoch für bessere Bildung demonstriert. Quelle: dpa
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Büchergeld und Kita-Gebühren sollten nicht erhoben werden. Außerdem fordern wir kleinere Schulklassen“, sagte Paolo Diaz, Student in Hannover. Es sei unmöglich, mit 33 Schülern ordnungsgemäß Unterricht zu machen. Das sei ineffizient. „Maximal 20 Schüler sollten sich in einer Klasse befinden“, sagte der Student.

Gerade Kinder aus sozial schwächeren Familien hätten durch die Studiengebühren keine Bildungschancen, meinte Ariane Hille. „Sie können sich das Studium nicht leisten.“ Die meisten würden nach ihrem Studien-Abschluss mit 30.000 Euro Schulden in das Berufsleben starten.

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Unterstützung gab es für die jungen Demonstranten unter anderem von der IG Metall. „Das, was mit den Studenten und Schülern in Deutschland veranstaltet wird, finde ich eine Riesensauerei“, sagte Wolfram Schöttle bei einer Kundgebung. Er bezeichnet die Zukunftsperspektiven für den Nachwuchs als „unter aller Kanone“.

In Göttingen gingen mehr als 1200 Studenten und Schüler auf die Straße. Nach Angaben der Polizei begannen sie ihren Protestmarsch symbolträchtig um fünf Minuten vor zwölf Uhr. Unter den Demonstranten befanden sich den Angaben zufolge auch einige schwarz Vermummte. Größere Zwischenfälle habe es aber nicht gegeben, lediglich einige Verkehrsbehinderungen.

In Osnabrück waren laut Veranstalter rund 1000 Demonstranten unterwegs. In Wilhelmshaven zogen rund 300 Schüler zwei Stunden lang durch die Innenstadt.

Eine Sprecherin des Kultusministerium begrüßte es zwar, dass sich der Nachwuchs für gute Bildungschancen einsetzt. „Leider vermengen die Initiatoren eine Vielzahl von bildungspolitischen Forderungen, die so nicht mehr sachgerecht sind“, sagte sie aber. An der Bildung werde in Niedersachsen nicht gespart. 2010 gebe das Land Niedersachsen so viel Geld für Bildung aus wie nie zuvor. Die Gesamtausgaben für Bildung und Forschung stiegen bis 2013 auf rund 8,5 Milliarden Euro, sagte die Sprecherin.

In der kommenden Woche werden dem niedersächsischen Wissenschaftsministerium Empfehlungen für die Weiterentwicklung von Lehre und Studium vorliegen. „Ziel ist es vor allem, die Prüfungs- und Stoffdichte zu lichten und die Wechselmöglichkeiten an Hochschulen weiter zu verbessern“, teilte ein Sprecher mit.

An diesem Sonnabend ist in Hannover eine landesweite Demonstration geplant.

dpa