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Niedersachsen Uelzener Stadtwerke schreiben mit Ukraine-Projekt rote Zahlen
Nachrichten Politik Niedersachsen Uelzener Stadtwerke schreiben mit Ukraine-Projekt rote Zahlen
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10:08 23.02.2010

Mit neuen Gesichtern in der Führungsmannschaft hofft man in Uelzen, das Projekt doch noch zu retten und dem Steuerzahler Verluste von mehreren Millionen Euro zu ersparen. Doch der Plan steht auf wackeligen Füßen: Denn dazu werden 30 Prozent höhere Ernte-Erträge gebraucht – andere Unwägbarkeiten sind noch nicht einmal einkalkuliert.

Betrieben wird das Landwirtschaftsprojekt in Osteuropa von der „Sustainable Bio Energy Holding GmbH“ (SBE), an der die Stadtwerke Uelzen und Schwäbisch Hall mit je 37,49 Prozent sowie die Alensys AG, ein Unternehmen, das sich auf die industrielle Biokraftstoffproduktion spezialisiert hat, mit 25,02 Prozent beteiligt sind. Die SBE hat in der Ukraine insgesamt 11. 700 Hektar Land angepachtet – und dabei nach Expertenmeinungen grobe Fehler begangen. So wird von den Flächen mit nur 5050 Hektar bislang nicht einmal die Hälfte bewirtschaftet, Pacht muss dennoch für das gesamte Land gezahlt werden.

Zehn Millionen Euro wurden laut Falk-Wilhelm Schulz, SBE-Geschäftsführer und Prokurist bei den Stadtwerken Uelzen, bislang in das Projekt gesteckt, vier Millionen allein von den hiesigen Stadtwerken – ein Kraftakt für das Unternehmen, das laut Geschäftsbericht im Jahr 2007 einen Gewinn von 700 .000 Euro gemacht hat.

„Unsere laufenden Kosten in der Ukraine belaufen sich auf etwa drei Millionen Euro jährlich“, so Schulz gegenüber der Allgemeinen Zeitung aus Uelzen. Dem gegenüber stehen Erlöse mit Weizen und Raps von lediglich 2,1 Millionen Euro. Man hoffe jetzt durch 30 Prozent höhere Ernten durch ein neues Düngerprogramm auf den derzeit bewirtschafteten Flächen und einer „Optimierung der Abläufe“ im Jahr 2011 eine schwarze Null schreiben zu können und 2012 erstmals Gewinne zu machen.

Doch diese Rechnung steht offenbar auf tönernen Füßen: So sind die Wetterschwankungen in der Ukraine viel größer als in Deutschland und können entsprechend die Ernten beeinflussen. Außerdem sind bei dieser Rechnung mögliche Schwankungen bei den Weltmarktpreisen für Getreide nicht einmal berücksichtigt, ebenso wenig Kursschwankungen der labilen ukrainischen Währung.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte auf seiner jüngsten Sitzung die „Strategie“ der SBE dennoch abgesegnet. Dazu gehört, dass mit Claus Dieter Lang ein zweiter Geschäftsführer neben Schulz die Geschicke von Uelzen aus leitet, in der Ukraine wurde ein neuer Betriebsleiter eingesetzt. Vor Ort löst derweil das Gebaren der SBE bei anderen deutschen Landwirten in der Ukraine Fassungslosigkeit aus. „Da ist der totale Größenwahn ausgebrochen, die haben sich völlig übernommen“, erklärte etwa ein Getreideanbauer.

Der Bund der Steuerzahler (BdS) hatte das Projekt von Anfang an kritisch gesehen: Er befürchte, dass den Stadtwerken Uelzen die Geschäfte in Osteuropa über den Kopf wachsen könnten, hatte ein BdS-Geschäftsführer schon vor knapp drei Jahren gesagt und Fragen in „finanzieller, risikobezogener, gesellschaftspolitischer und kommunalpolitischer Hinsicht“ an Uelzens Bürgermeister Otto Lukat geschickt. Das Uelzener Stadtoberhaupt erwiderte damals, das sei „kluge Geschäftspolitik“.

Thomas Mitzlaff

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