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Niedersachsen Untersuchungsausschuss befragt früheren Asse-Leiter
Nachrichten Politik Niedersachsen Untersuchungsausschuss befragt früheren Asse-Leiter
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18:31 04.11.2009
Der Untersuchungsausschuss zum maroden Atommülllager Asse trifft am Donnerstag erneut im hannoverschen Landtag zusammen. Quelle: Nancy Heusel (Archiv)
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Der ehemalige Leiter der Schachtanlage Asse, Klaus Kühn, soll als Zeuge aussagen. Kühn gilt als einer der weltweit profiliertesten Wissenschaftler für Fragen der Endlagerung. „Kühn war ein zentraler Bestandteil des Netzwerkes, das in der Asse gewirkt hat. Er könnte als Kronzeuge einiges ins Wanken bringen, was bislang im Verborgenen blieb“, sagte Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel an diesem Mittwoch in Hannover.

Die Grünen monieren, dass Kühn Wasserzuflüsse in die Asse in der Vergangenheit entgegen aktueller Kenntnisse stets ausgeschlossen hat. Zudem habe er die Asse in mehreren Ländern als „Vorzeigeprojekt“ gepriesen. Ob der Wissenschaftler allerdings eigene Fehler einräumt, ist fraglich. „Ich rechne nicht damit, dass Herr Kühn die Gesamtverantwortung des Desasters in der Asse übernimmt“, sagte Wenzel. Dennoch sei seine Befragung spannend.

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Bereits am Vormittag wird der Historiker Detlev Möller befragt. Nach seinen Erkenntnissen seien die Zuflüsse, die die Standfestigkeit der Asse bedroht, frühzeitig bekannt gewesen. Seine Ausführungen stehen damit im krassen Gegensatz zu den bisherigen Äußerungen Kühns.

Derweil ist der Aktenbestand, mit dem der Ausschuss arbeitet, auf inzwischen etwa 2000 Akten angewachsen. Darunter befinden sich allein aus dem Bundesumweltministerium 888 Akten mit insgesamt 180 000 Seiten Papier. Der aktuelle Aktenbestand umfasst nach Schätzungen etwa 450 000 Seiten.

lni