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Niedersachsen Uwe Schünemann auf Jobsuche
Nachrichten Politik Niedersachsen Uwe Schünemann auf Jobsuche
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17:08 16.06.2014
Hat die CDU noch ein Amt für ihren einstigen Law-and-Order-Mann? Quelle: dpa
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Hannover

Vom einstigen „harten Hund“ Uwe Schünemann ist nach drei Wahlschlappen in Folge kein Laut zu hören: Erst das Scheitern bei der Landtagswahl Anfang 2013, dann im Herbst die Niederlage bei der Landratswahl im Kreis Hameln-Pyrmont und nun am Sonntag auch noch die Pleite bei der Bürgermeisterwahl im ostwestfälischen Höxter. Dies ist keine gute Ausgangslage für Niedersachsens Ex-Innenminister, der seit dem Verlust des Landtagsmandats auf Jobsuche ist. Hat die CDU für ihren ehemaligen Law-and-Order-Mann mit früher großem Standing bis in die Bundes-CDU noch ein Amt in petto?

Eine Rückkehr des 49-Jährigen in den Landtag in Hannover zeichne sich derzeit nicht ab, sagte der Generalsekretär der CDU Niedersachsen, Ulf Thiele, am Montag. „Uwe Schünemann wäre zwar jetzt der nächste Nachrücker in den Landtag. Es gibt im Moment aber keinen Abgeordneten, bei dem zu erwarten wäre, dass er aus dem Parlament ausscheidet.“ Und neu gewählt wird erst wieder 2018.

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Mit seinem unerbitterlich geführten Kampf für Recht und Ordnung hatte Schünemann einst lange Zeit erfolgreich die konservative Flanke der Landes-CDU abgedeckt: Fußfesseln für Islamisten, vorbeugende Telefonüberwachung oder Durchgreifen der Polizei gegen Fußballrowdys - es gab kaum eine Debatte über innere Sicherheit, in der Schünemann nicht für harte Maßnahmen plädierte. Mit seinem Image spielte er und er kultivierte es. Vor allem in der Flüchtlingspolitik gelang ihm aber - wenn auch erst spät - eine Wende zu versöhnlicheren Tönen.

Und nun? In CDU-Kreisen in Niedersachsen ist man skeptisch, dass Schünemann in die Politik zurückkehrt. Dem Ex-Minister haftet nach den zwei Pleiten auf kommunaler Ebene, bei denen es ausschließlich um seine Person ging, der Stempel „doppelter Wahlverlierer“ an. Auch ein Ruf in ein anderes Bundesland zeichnet sich für ihn nicht ab, seine Kabinettskollegen Johanna Wanka und Hartmut Möllring wechselten kurz nach der verlorenen Niedersachsenwahl auf Ministerposten in den Bund beziehungsweise nach Sachsen-Anhalt.

Schünemann selbst war am Montag nicht zu erreichen, das Handy blieb ausgeschaltet. Kurz nach der Niederlage am Sonntagabend hatte er offen gelassen, wie es für ihn persönlich weiter geht. „Ich brauche zwei, drei Tage, um das zu verdauen. Dann werde ich mich um meine berufliche Laufbahn kümmern", sagte er dem „Westfalen-Blatt“. „In absehbarer Zeit werde ich keinen Wahlkampf mehr machen.“

Noch bis Februar kommenden Jahres erhält Schünemann aus seiner Zeit als Minister Übergangsbezüge - laut Bund der Steuerzahler die Hälfte seines letzten Amtsgehaltes, also rund 6375 Euro. Bei seinem alten Arbeitgeber Symrise stehen Schünemann jedenfalls die Türen offen: Bis zu seiner Wahl in den Landtag 1994 arbeitete er bei dem Vorgänger-Unternehmen Haarmann & Reimer als Manager, dort hatte er auch seine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert. „Seine alte Stelle steht Herrn Schünemann theoretisch zu. Bisher ist er aber nicht auf uns zugekommen“, sagt Symrise-Sprecher Bernhard Kott.

dpa

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