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Niedersachsen Viele Erzieher fallen bei Ausbildung durch
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14:08 26.02.2019
Von Klaus Wallbaum
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Hannover

Koalition und Opposition sind uneins bei der Frage, ob das Land künftig noch erheblich mehr Krippenerzieher benötigt. SPD, Grüne und Linke sehen das so, halten daher die bisherigen Anstrengungen der Regierung auch für nicht ausreichend. „Wir brauchen mindestens einen weiteren Studiengang für Sozialpädagogik“, erklärte Frauke Heiligenstadt (SPD). „Wir haben nicht zu wenig Interessenten, aber zu wenig Angebote für eine qualifizierte Ausbildung“, ergänzte Miriam Staudte (Grüne). Auch gegen die hohe Quote nicht erfolgreicher Ausbildungsabschlüsse müsse etwas getan werden, meinte Christa Reichwaldt (Linke). Ein Drittel der angehenden Erzieher verfehlten nämlich ihren Abschluss.

Astrid Vockert (CDU) warf der Opposition vor, einen „Mangel herbeizureden“. Nach den Worten von Björn Försterling (FDP) stehen 1800 benötigten Erziehern rund 1900 Absolventen der Ausbildung gegenüber. Niedersachsen sei damit „gut aufgestellt“. Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) ergänzte, der Bedarf an Erziehern stehe noch nicht fest. Viel hänge davon ab, ob die Eltern nach dem Rechtsanspruch für die Kleinkindbetreuung, der von August 2013 an gilt, lieber auf eine Tagesmutter oder eine Kindergartenbetreuung setzen wollten. Einen steigenden Fachkräftebedarf leugnet der Minister jedoch nicht, auch er sieht „langfristig einen Bedarf“ an zusätzlichen Ausbildungsstätten. Die Möglichkeit, zum Erzieher umzuschulen, werde gegenwärtig noch erschwert: Das Bundesarbeitsministerium erkenne eine Fachschule derzeit noch nicht für die Ausbildung an. „Wir sind in Gesprächen darüber, damit das geändert wird“, sagte Althusmann.

Klaus Wallbaum 18.07.2012
Klaus Wallbaum 18.07.2012
Klaus Wallbaum 18.07.2012