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Niedersachsen Vogelgrippe in Diepholz?
Nachrichten Politik Niedersachsen Vogelgrippe in Diepholz?
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08:54 06.11.2009
Von Michael B. Berger
Rätselhaftes Tiersterben im Landkreis Diepholz. Quelle: Rainer Dröse (Archiv)
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Daraufhin schrillten beim Landkreis wie auch bei der Landesregierung die Alarmglocken. Doch der böse Verdacht, dass sich hochinfektiöse Erreger einer gefährlichen Form der Vogelgrippe in den Ställen in Bruchhausen-Vilsen verbreitet haben, bestätigte sich am Donnerstag nicht. „Die Probenuntersuchungen des Veterinärinstituts Oldenburg haben lediglich den Befund für Antikörper ergeben“, teilte der Landkreis mit.

Dieser spreche für eine schwächere Variante der Vogelgrippe, die für Menschen ungefährlich sei. „Im Augenblick gibt es allerdings nur einen Verdacht. Zum Tod der Tiere könnte auch eine Futtermittelvergiftung oder ein technischer Defekt in der Mastanlage geführt haben – wir wissen es nicht“, sagt Gert Hahne, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover. Dennoch habe man sich aufgrund der festgestellten Antikörper in den toten Puten dazu entschlossen, den gesamten Bestand zu „keulen“, also töten zu lassen – betroffen seien 30.000 Tiere.

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Ferner werde um den Betrieb in Bruchhausen-Vilsen eine drei Kilometer weite Überwachungszone eingerichtet. Noch am Donnerstagmittag hatte das Ministerium befürchtet, dass die Puten von den hochansteckenden Virusstämmen H 5 oder H 7 befallen seien. Doch die einschneidendsten Maßnahmen wie etwa ein landesweites Transportverbot oder eine Stallpflicht ohne Ausnahmen für ganz Niedersachsen habe man gestern noch nicht verordnen müssen, sagte Hahne. Dennoch gelte die Warnstufe Gelb für das Land weiter, zu der strikte Auflagen für die Massentierhalter zählen.

So dürfen sie etwa kein Trinkwasser draußen lagern oder auch keinen Besuch in die Vogelställe lassen. Bis auf Ausnahmen gilt auch die sogenannte Aufstallungspflicht. Der restriktive Kurs zahle sich aus. Im letzten Jahr sei die hochansteckende Vogelgrippe kurz vor Weihnachten ausgebrochen, erinnert Hahne: „Da mussten 620.000 Puten in 40 Betrieben im Landkreis Cloppenburg getötet werden – mit einem Gesamtschaden von 14 Millionen Euro. Wir hoffen, dass diesmal der Kelch an uns vorbeigegangen ist.“