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Niedersachsen Von der Erlebniswelt bleiben Trümmer
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20:07 17.08.2009
Die elektronischen Ausstellungsführer funktionierten anfangs nicht. Quelle: Katrin Wernke
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Der Weg zum Insolvenzgericht sei „zwingend“, erklärte Rüdiger Butte (SPD), Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, „auch um die Gefahr einer Insolvenzverschleppung von vornherein auszuschließen“. Die Gesellschafterlandkreise seien nicht bereit der EWR-GmbH weiteres Geld zuzuschießen.

Die Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg hatten im Lauf der Jahre mehrere Hunderttausend Euro in das Projekt gepumpt, um es am Leben zu erhalten. Die EWR-Ausstellung im Hamelner Hochzeitshaus war bereits am 1. Oktober 2007 geschlossen worden, die anderen drei Standorte in Bückeburg, Bevern und Stadthagen sollen ungeachtet des Insolvenzantrages fortgeführt werden. Dass die Insolvenz unausweichlich wurde, zeigt auch der Kassenbestand der EWR: „Das sind weniger als 50.000 Euro“, wie ein Sprecher der Gesellschafter erklärte.

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Auf die EWR-GmbH kommen jetzt Rückforderungen in Höhe von rund acht Millionen Euro wegen der nicht zweckentsprechenden Verwendung von Fördermitteln der Europäischen Union zu. Bislang wurden erst zwei Teilrückforderungen über 462.957 Euro und 225.000 Euro bekannt gegeben. Weitere Rückforderungsbescheide über die Restsumme von rund 7,3 Millionen Euro sollen in Kürze ergehen, bestätigte Landrat Butte.

Die Erlebniswelt war besonders in der Stadt Hameln von Anfang an von Pannen begleitet. Mehr als ein Jahr lang funktionierten die elektronischen Führer, die sogenannten E-Guider, nicht. Weil keine Werbung gemacht werden konnte, blieben die Zuschauer aus. Allein im Jahr 2006 fehlten 800.000 Euro an fest eingeplanten Eintrittsgeldern im EWR-Haushalt.

Ob und wie die EU wieder an die nicht fördergemäß ausgegebenen Gelder kommen wird, ist noch offen. Jörg Wieters, Sprecher der in Niedersachsen für die Umsetzung der Landesförderung zuständigen NBank, erklärte, es müsse jetzt abgewartet werden, ob es zu einem Insolvenzverfahren kommt. „Was im Fall der Insolvenz geschieht, muss für den Augenblick Spekulation bleiben, an der wir uns nicht beteiligen möchten“, sagte der Banksprecher.

von Wolfhard F. Truchseß

Klaus Wallbaum 16.08.2009
Klaus Wallbaum 16.08.2009