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Niedersachsen Wanka: „Ostdeutsche Minister im Westen schon bald normal“
Nachrichten Politik Niedersachsen Wanka: „Ostdeutsche Minister im Westen schon bald normal“
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10:25 30.04.2010
Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) Quelle: dpa
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Johanna Wanka ist überzeugt: In wenigen Jahren wird es ganz normal sein, dass Ostdeutsche auch im „Westen“ Minister werden. „Ich finde es erstaunlich, dass ich 20 Jahre nach der Wiedervereinigung die erste bin“, sagt die neue niedersächsische CDU-Wissenschaftsministerin in Hannover. Im Grunde genommen sei es doch ein ganz normaler Vorgang. Von 2000 bis 2009 stand die 59-jährige Sächsin bereits in Brandenburg an der Spitze des Ressorts.

Im Plenarsaal gehören energische und lautstarke Diskussionen für Wanka einfach dazu. So gesehen hat sich der Wechsel von Potsdam nach Hannover für die Mathematikprofessorin bereits ausgezahlt. Denn streiten können sich die Niedersachsen laut Wanka besonders gut. „Es ist hier streckenweise schon sehr temperamentvoll“, sagt sie. Das sei ihr nicht unangenehm, „solange es sachlich bleibt und einen gewissen Witz hat“. „Billige Patentrezepte“ gibt es nicht

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Was ihre politischen Ziele angeht, gibt sich Wanka derzeit außerhalb des Landtags noch betont zurückhaltend. „Ich will jetzt keine billigen Patentrezepte verkünden, die gibt es nämlich nicht“, sagt Wanka. Jetzt gelte es, sich schnell in die wichtigen Themen einzuarbeiten, um möglichst bald eigene Akzente setzen zu können.

„Mir ist es nicht so wichtig, sofort in den Medien zu glänzen. Ich will langfristig Erfolg haben“, sagt sie selbstbewusst. Wie energisch und kämpferisch Wanka jedoch sein kann, wenn sie einmal in Fahrt ist, hat sie in Brandenburg bewiesen. Nach der verlorenen Landtagswahl im vergangenen Jahr ließ sie dort als Oppositionsführerin keine Gelegenheit aus, die rot-rote Koalition von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf das Schärfste zu attackieren. Wankas Herz hängt noch immer an Brandenburg

Auch nach dem Abschied von der Spree hängt Wankas Herz noch an Brandenburg. Das spürt man, das hört man. „Die enge Verbundenheit ist natürlich nach wie vor da und auch ein bisschen Wehmut“, sagt sie. Für Wehmut habe sie derzeit aber nur wenig Zeit. In Potsdam gilt es die Nachfolgefragen in der Landes-CDU zu regeln. Wanka war erst im Januar 2009 nach einem zermürbenden Machtkampf zur Landesvorsitzenden in der brandenburgischen CDU gewählt worden. Ihren Fraktionsvorsitz hat sie bereits an Saskia Ludwig abgetreten.

Wenn sie in Hannover ist, wohnt sie in einer kleinen Pension. In der Region Braunschweig will sie schnellstens eine Wohnung suchen. „Irgendwas kleines und Hauptsache pflegeleicht“, sagt Wanka. Alles andere müsse später kommen. „Ich kann jetzt keine Zeit verschwenden und mir eine schöne Wohnung suchen.“ Wankas Kinder sind erwachsen und seit vielen Jahren aus dem Haus. Ihr Mann Gert arbeitet an der Universität Chemnitz als Mathematikprofessor. „Wir führen seit 18 Jahren eine Wochenendehe“, sagt sie.

dpa