Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Umstrittenes Interview: Lüneburgs Bürgermeister tritt zurück
Nachrichten Politik Niedersachsen Umstrittenes Interview: Lüneburgs Bürgermeister tritt zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:42 17.08.2018
Im Lüneburger Rathaus wird demnächst ein neuer Bürgermeister walten. (Archiv) Quelle: dpa-tmn
Anzeige
Hannover

Nach Ansicht von Wissenschaftlern der Leuphana-Universität Lüneburg soll Bürgermeister Scharf in dem Video eines rechten Bloggers die Verbrechen der Wehrmacht verharmlost haben. Wie NDR1 Niedersachsen berichtet, will Scharf in der kommenden Woche im Rat den Verzicht auf sein Amt erklären. Er ist als Bürgermeister auch Stellvertreter des Lüneburger Oberbürgermeistern Ulrich Mädge. Nachfolgerin soll demnach Christel John werden, Scharfs Parteikollegin und derzeit Ortsbürgermeisterin im Stadtteil Oedeme. Eigentlich wollte Scharf den Bürgermeisterposten erst 2019 abgeben. Mehrere Fraktionen waren zuvor mit dem Versuch gescheitert, den 79-Jährigen als Bürgermeister abzuwählen.

Stadt: Scharfs Äußerungen geschickt vereinnahmt

Die Stadt hatte Scharf zunächst verteidigt. Er habe versichert, dass er arglos und ohne böse Hintergedanken mit seinem unbekannten Gegenüber gesprochen hätte. Seine Äußerungen seien geschickt von dem Videoblogger für seine eigenen Zwecke vereinnahmt worden.

Anzeige

Das Video war an einem Gedenkstein für die 110. Infanterie-Division im Nationalsozialismus in Lüneburg geführt worden. Scharf hatte in dem Video über die Rolle der Soldaten gesprochen, die mit der 110. Infanterie Division an der Ostfront eingesetzt waren. Sie seien nicht alle abkommandiert gewesen, um die russische Zivilbevölkerung zu vernichten. "Ich nehm' kein Blatt vor den Mund, historische Fakten muss man als solche benennen", ist Scharf laut NDR zu hören.

Von RND