Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Weil an CDU: „Zieht euch warm an“
Nachrichten Politik Niedersachsen Weil an CDU: „Zieht euch warm an“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:37 07.07.2012
SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil glaubt an einen Wahlsieg der Sozialdemokraten. Quelle: dpa
Anzeige
Hameln

Die SPD in Niedersachsen hat ihren Spitzenkandidaten gewählt und den Kurs bestimmt: Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil soll Ministerpräsident David McAllister (CDU) bei der Landtagswahl 2013 aus dem Amt drängen und der SPD den Weg zu einem Machtwechsel auch in Berlin ebnen. Beim Landesparteitag in Hameln am Samstag schwor Weil seine Partei auf Sieg ein und gab sich kämpferisch. „Wir werden ein neues Kapitel aufschlagen“, rief er den Delegierten zu. Schwarz-Gelb habe abgewirtschaftet. „Die müssen abgewählt werden“, verlangte er unter großem Beifall der Genossen.

Einigkeit kann die Partei gut gebrauchen. Bei der letzten Landtagswahl vor der Bundestagswahl im Herbst 2013 geht es um mehr als die sechs Stimmen Niedersachsens im Bundesrat. „Lasst diese Wahl den ersten Schlussschritt der Merkel-Regierung werden“, forderte der Ministerpräsident des Nachbarlands Schleswig-Holstein, Torsten Albig. Die Wähler in Niedersachsen könnten die Weichen stellten für einen Machtwechsel im Bund.

Anzeige

Ob die Sozialdemokraten nach dem Urnengang am 20. Januar das Zepter im Landtag übernehmen können, ist offen. Eine Umfrage aus dem Mai sieht Rot-Grün zwar vorn, im direkten Beliebtheits-Vergleich liegt McAllister aber deutlich vor Weil. Dazu kommt, dass Niedersachsen kein Stammland der Sozialdemokraten ist. Bei der Landtagswahl 2008 lagen sie mit zwölf Prozentpunkten Rückstand klar hinter der Union, die zwischen Nordsee und Harz seit 2003 gemeinsam mit der FDP regiert.

Die Landesgrünen haben sich bereits für eine Koalition mit der SPD ausgesprochen, die SPD selber hat sich zu möglichen Partnern noch nicht positioniert. Die Linken, deren Wiedereinzug in den Landtag ebenso wie bei der FDP als unsicher gilt, haben sich auf ihrem Parteitag auf eine Duldung von Rot-Grün verständigt. Zünglein an der Waage könnten die Piraten werden, die die Umfrage vom Mai bei acht Prozent sieht.

Ein Trumpf im Ärmel der niedersächsischen SPD könnte ihre prominenteste Kandidatin sein. Um Doris Schröder-Köpf, der Gattin von Altkanzler Gerhard Schröder, drängten sich nach ihrer Wahl auf die Landesliste in Hameln gleich die Kamerateams. Den demografischen Wandel und Chancengleichheit für Frauen will die 48-Jährige sich auf die Fahnen schreiben. „Was ich später im Landtag mache, habe ich nicht alleine zu entscheiden.“

Den Kampfgeist seiner Genossen wusste Stephan Weil in Hameln gut zu schärfen. Siegessicher scharte er seine Mannschaft nach der Listenwahl um sich und grüßte mögliche Zuschauer der Union über die Live-Übertragung des Parteitreffens: „Zieht euch warm an!“

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisert.

Mehr zum Thema

Wenige Monate vor der Landtagswahl gibt sich die niedersächsische SPD selbstbewusst. Ein Grund: Die Partei rechnet damit, dass viele Kandidaten direkt gewählt werden. Außerdem gibt es ein Wir-Gefühl, wie schon lange nicht mehr, meint Spitzenkandidat Weil.

04.07.2012

Mit 174 Jastimmen, 18 Neins und einer Enthaltung ist die Hannoveranerin Doris Schröder-Köpf als SPD-Delegierte für die Landtagswahl 2013 nominiert worden – und zwar auf Listenplatz 12.

08.07.2012

Stephan Weil ist seit mehr als drei Jahrzehnten Mitglied der SPD - bei der niedersächsischen Landtagswahl im Januar 2013 ist er Herausforderer von Ministerpräsident David McAllister (CDU). Weil gilt als erfahrener Kommunalpolitiker. Seit November 2006 ist der 53-Jährige Oberbürgermeister von Hannover. Zuvor war er rund neun Jahre lang Stadtkämmerer in der Landeshauptstadt.

07.07.2012
Michael B. Berger 08.07.2012
Klaus Wallbaum 06.07.2012