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Niedersachsen Weniger Geburten in Niedersachsen
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15:30 22.12.2010
62.224 Kinder kamen im Jahr 2009 in Niedersachsen zur Welt, das war ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 4,1 Prozent. Quelle: dpa
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Niedersachsen hat ein Baby-Problem. In dem norddeutschen Bundesland gingen die Geburten im Jahr 2009 so stark zurück wie fast nirgendwo sonst in Deutschland. Das zeigt der aktuelle Niedersachsen-Monitor, den der Landesbetrieb für Statistik am Mittwoch in Hannover vorstellte. Außerdem werden in Niedersachsen besonders viele Ehen geschieden, und die Kinderbetreuung lässt zu wünschen übrig.

62.224 Kinder kamen im vergangenen Jahr in Niedersachsen zur Welt, das war ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 4,1 Prozent. Nur in Rheinland-Pfalz sank die Zahl der Geburten noch etwas stärker. Im Bundesdurchschnitt lag der Geburtenrückgang bei minus 2,5 Prozent.

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Die Statistiker des Landesbetriebes sagten dazu, junge Frauen ziehen vor allem in die Großstädte, weil dort die Jobangebote besser seien als auf dem flachen Land. Hohe Geburtenraten gebe es etwa in Berlin und Hamburg.

Niedersachsen steht auch bei den Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren nicht gut da: 2009 lag die Betreuungsquote mit 12 Prozent weit unter dem Bundesdurchschnitt. Mittlerweile gibt es aber einen starken Zuwachs bei den Kita-Plätzen.

Bei der Kinderbetreuung scheinen die Niedersachsen außerdem dem traditionell geprägten Rollenverhalten anzuhängen. Die bayerischen Väter seien etwas moderner als die niedersächsischen, heißt es im Niedersachsen-Monitor. Der Anteil der Männer, die 2009 Elterngeld bezogen, lag in Niedersachsen bei 17,4 Prozent - im Bundesdurchschnitt waren es 18,6 Prozent. In Bayern nahmen mit 22,6 Prozent deutlich mehr Männer Elterngeld für die Betreuung ihrer Kleinen in Anspruch.

Mit dem Eheglück ist es in Niedersachsen ebenfalls schlecht bestellt. 20.368 Ehen wurden im Jahr 2008 geschieden. Der Anstieg war dabei im Vergleich zu 2007 mit 3,5 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt (plus 2,6 Prozent).

Der Niedersachsen-Monitor gibt aber auch Auskunft über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Niedersachsen sei besser durch Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen als andere Bundesländer, sagte der Vorstandschef des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie (LSKN), Christoph Lahmann.

dpa