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Niedersachsen Wulff nimmt Bischöfin Käßmann in Schutz
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23:14 06.01.2010
In der Kritik: Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann. Quelle: ap

Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann führe mit ihren Predigten zu diesem Thema „eine wichtige Diskussion“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) auf dem Neujahrsempfang der hannoverschen Landeskirche am Mittwoch im Kloster Loccum bei Nienburg: „Als ranghöchste Vertreterin der evangelischen Kirche in Deutschland ist es ihr Recht, darauf hinzuweisen, dass Fragen von Zukunft und Ziel des Afghanistan-Einsatzes im Sinne der Menschen in Afghanistan diskutiert und stets neu beantwortet werden müssen“, sagte Wulff. Der Regierungschef betonte zugleich, dass er selbst eine Fortführung des Afghanistan-Einsatzes bejahe und sich einen noch stärkeren Dank an die im Einsatz befindlichen Soldaten wünsche.

Zuvor hatte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) die EKD-Ratsvorsitzende Käßmann scharf attackiert. Schünemann warf der Bischöfin ausgerechnet am Tag des Empfangs in einem Interview Weltfremdheit und Naivität vor – ein Vorwurf, der nicht bei jedem seiner in Loccum versammelten Ministerkollegen gut ankam und den die Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende nicht unbeantwortet stehen ließ. „Auch wenn es in den Ohren derer, die vor allem die Gewalt als zentrales Mittel der Konfliktbewältigung betrachten, naiv klingt – ich bleibe dabei: Wir brauchen mehr Phantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu befrieden“, sagte Käßmann. Die evangelische Kirche habe stets „Vorrang von Zivil“ vor militärischen Maßnahmen gefordert und sehe militärische Gewalt lediglich als allerletzte Möglichkeit. „Also nicht einfach 30 000 weitere Soldaten schicken, sondern mindestens auch 30 000 weitere Entwicklungshelfer, Lehrer oder Verwalter. Wir haben als EKD Sorge, dass dieser Vorrang für Zivil aus dem Blick gerät.“

Ministerpräsident Wulff würdigte die EKD-Ratsvorsitzende als „streitbare Bischöfin und engagierte Frau“, die Deutschland guttue. „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, haben Sie weder infrage gestellt, dass die Bundeswehr im Auftrag der Vereinten Nationen in Afghanistan ist, noch dass der Bundestag mit breiter Mehrheit den Einsatz legitimiert hat“, sagte Wulff zu Käßmanns umstrittener Neujahrspredigt. Wenn Käßmann als Bischöfin die Sicherstellung des Friedens ohne Gewalt in den Vordergrund stelle, predige sie im Kern die biblische Botschaft. Deutsche Politiker hätten sich ihre Entscheidungen für die Bekämpfung des Terrorismus nicht leichtgemacht, betonte Wulff und erinnerte an die Anschläge in New York, Madrid, London und den vereitelten Terrorakt in Detroit. Auch die Befreiung von der NS-Herrschaft habe letztlich nur mit militärischen Mitteln geschehen können, sagte Wulff.

Von Michael B. Berger

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