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Niedersachsen Wulff rechnet mit Kompromiss bei freier Schulwahl
Nachrichten Politik Niedersachsen Wulff rechnet mit Kompromiss bei freier Schulwahl
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14:39 17.12.2009
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU)
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) Quelle: ddp
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Die weiterführenden Schulen sollen künftig Kinder ohne entsprechende Schulempfehlung früher als bisher an andere Schulformen verweisen können. „Die Schulexperten werden sich jetzt austauschen, damit wir verhindern, dass Kinder erst nach mehreren Jahren gefrustet auf einer anderen Schule ankommen, die für sie viel besser gewesen wäre, wenn sie die von Anfang an besucht hätten“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) in Hannover.

Die freie Schulwahl der Eltern nach der vierten Klasse bleibe aber unangetastet. Die FDP hatte gefordert, den sogenannten freien Elternwillen einzuschränken. „Der freie Elternwille nach Klasse 4 bleibt. Die Grundschulen und die weiterführenden Schulen werden unterstützt bei der intensiven Beratung der Eltern“, sagte Wulff. Bislang kann die Klassenkonferenz ein Kind, das ohne eine entsprechende Empfehlung der Grundschule aufgrund des Willens seiner Eltern an ein Gymnasium geschickt wurde, erst nach der sechsten Klasse an eine andere Schulform verweisen, wenn es sitzen bleibt.

Nun sollen die Schulen eine größere und schnellere Handhabe bekommen. „Die Eltern entscheiden über die Schulwahl nach Klasse 4, aber im Verlauf der weiteren Schullaufbahn gilt dann natürlich Begabung, Befähigung der Schüler und die beste Schulform für den Schüler“, sagte Wulff.

Damit läuft nach dem Vorstoß der FDP alles auf einen Kompromiss hinaus. Wulff hatte beim Philologentag eine Diskussion über das Thema begrüßt. Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) und die Schulexperten der CDU-Fraktion hatten eine Debatte über den freien Elternwillen dagegen nach dem FDP-Beschluss kategorisch abgelehnt.

Bei den Landtagsgrünen stießen die Äußerungen Wulffs auf scharfe Kritik. „Wenn die Kinder künftig schon nach einem Jahr wieder vom Gymnasium auf eine Realschule verwiesen werden können, wird der Auslesedruck massiv verschärft“, sagte die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Ina Korter. Sie schlug vor, das Instrument der Schulempfehlung durch die Grundschulen überprüfen zu lassen.

lni