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Niedersachsen Wulff verspricht Gymnasien kleinere Klassen ab 2011
Nachrichten Politik Niedersachsen Wulff verspricht Gymnasien kleinere Klassen ab 2011
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21:17 02.12.2009
Von Saskia Döhner
Die Landesregierung will die Klassenfrequenzen schrittweise senken. Quelle: lni

Ministerpräsident Christian Wullf (CDU) zeigt sich in der Debatte um den freien Elternwillen gegenüber dem Koalitionspartner FDP deutlich kompromissbereiter als Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann oder die Bildungsexperten seiner Fraktion. Bei der Eröffnung des diesjährigen Philologentages am Mittwoch in Goslar sagte er: „Die Grundschulen beraten am Ende der Klasse 4, die Eltern entscheiden, aber die weiterführenden Schulen müssen früher nachjustieren können.“

Wie das konkret aussehen könnte, sagte Björn Försterling, schulpolitischer Sprecher der FDP, am Rande der Tagung: „Künftig könnten Schulwechsel schon am Ende der 5. Klasse und nicht erst nach der 6. Klasse möglich sein.“

Weil immer mehr Eltern ihre Kinder auf Gymnasien schicken, platzen diese aus allen Nähten: Es sei mittlerweile nicht die Ausnahme, sondern die Regel, dass sich 32 oder 33 Schüler in viel zu engen Räumen drängten, sagte der scheidende Vorsitzende des Philologenverbandes, Guillermo Spreckels. „Wenn Politiker und Schulinspektoren sich da über die zu geringe individuelle Förderung des einzelnen Schülers mokieren und den Lehrern die Schuld dafür geben, dann kommt Ärger, ja Wut auf.“

Ab 2011 sollen die Klassen schrittweise verkleinert werden, vor allem in den übervollen Jahrgängen 5 und 6. Was Ministerin Heister-Neumann immer wieder versprochen hat, will Wulff jetzt in einem Vertrag festschreiben. So soll im Frühjahr 2010 ein Pakt mit den Bildungsverbänden geschlossen werden. Die neuen Klassenobergrenzen sind dabei Verhandlungssache. Der gestern neu gewählte Philologenchef Horst Audritz, Lehrer am Gymnasium im Schloss in Wolfenbüttel, sagte, ideal wären nicht mehr als 24 Kinder pro Klasse in der Sekundarstufe I und maximal 18 Schüler in einem Oberstufenkurs.

Für ein Versprechen Wulffs gab es besonders viel Applaus von den rund 400 Delegierten: Gymnasiallehrer müssen auch künftig nicht mehr als 23,5 Stunden in der Woche unterrichten. Der Landesrechnungshof fordert seit Langem eine Erhöhung des Stundensolls. „Wer dies tut, muss sich den Vorwurf der Brandstifterei gefallen lassen“, hatte Spreckels zuvor gewarnt, „das Tischtuch zwischen den Lehrern und der Regierung wäre dann zerschnitten.“

Spreckels hatte eine Generalabrechnung mit den Reformen des früheren Kultusministers Bernd Busemann (CDU) gemacht: Bei der Umstellung der Lernpläne auf Kerncurricula habe man die Inhalte vergessen: „In Deutsch werden für die Klassen 5 bis 10 auf 18 DIN-A4-Seiten 391 Kompetenzen aufgeführt, aber einen Literaturkanon gibt es nicht, nur ein Sammelsurium von Textvorschlägen, da stehen Goethe und Thomas Mann neben Rosamunde Pilcher.“

Während die Delegierten die Ankündigung eines Zukunftsvertrags positiv aufnahmen, sprach SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt von einer „Mogelpackung“. „Da wird den Lehrern nur wiedergegeben, was man früher selbst gestrichen hat.“ Schließlich habe die Regierung Wulff 2003 die Obergrenze an den Gymnasien von 30 auf 32 Kinder pro Klasse hinaufgesetzt.

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