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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Abgesang auf einen Sommer
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Abgesang auf einen Sommer
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19:01 11.09.2009
Von Michael B. Berger

 

Was für ein Sommer. Er sollte niemals enden, wenn auch der Wahlkampf endlich enden sollte, wenn er denn schon nicht beginnt. Armer guter Steinmeier. Rappelt und päppelt und schüttelt sich dahin, während die Merkelsche nur still vergnügt vor sich hin lächelt, und jeder Popel in Deutschland nur noch an Opel denkt. Und Wulff? Wo ist unser Super-Wulffie? Vergnügt sich den lieben langen Tag auf der Ideen-Expo, kommt schier vor Begeisterung gar nicht mehr heraus aus dem Technik-Wahn, der uns leise umspült wie die alltägliche Hybris den Lemming, der sich im Wohlklang seiner Herde zum Marsch ins Ungewisse aufmacht. Und die Niedersächsischen Landesforsten veranstalten derweil ihren ersten Gesundheitstag unter dem Motto: „Fit im Forst mit weiterem Baustein.“

 
Und was lehrt uns dies? Das: Alles gerät ins Schwimmen, die Parteien verlieren ihre Konturen, wie wir nicht unsere Pfunde, Istanbul versinkt in schlammigen Fluten, während der Wahlkampf weiter dräut und alles zur Nachricht macht, die Mehrheit der Norddeutschen lehnt weiter die Schweinegrippe-Impfung ab, während die Linke am Mittwoch den „diesjährigen schwulen Heidekönig“ empfängt, der auf den Namen Manuel I hören soll. Dabei ist die Monarchie in Deutschland doch längst abgeschafft. Aber das macht doch nichts, wenn selbst unser republikanischer Landesvater Wulff einen „Fürsten“ aus dem Schaumburgischen auf der Ideenexpo empfängt – und so etwas Retro-Look in eine Schau bringt, die doch eigentlich der Zukunft zugewandt sein soll.

Es gibt Meldungen, die können selbst dem abgebrühtesten Kulturkritiker einen Schauer über den Rücken jagen. Etwa diese aus dem niedersächsischen Osten, aus einer Region, in der sich der Sage nach nur Fuchs und Hase Gute Nacht sagen sollen, wenn sie nicht auf Bundesgrenzschutzbeamte stoßen, die mit Taschenlampen und leisem Grimm um das Atomlager Gorleben schnüren.

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Von wegen: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Was unter Obstbauern anerkannt ist, muss in der Politik noch lange nicht funktionieren. Und als politisches Fallobst lassen sich die Töchter und Söhne unserer Herren Politiker auch nicht zertifizieren. Nehmen wir etwa den Finanzminister Hartmut Möllring. Der zog sich diese Woche den Spott einer Boulevardzeitung zu, weil sein Sohnemann Gregor, 24 Jahre alt, gerade in den Landesvorstand der "Grünen Jugend" gewählt worden ist, obwohl beide Eltern zwar nicht schwarz wie die Nacht, aber seit Jahrzehnten doch stramme CDU-Mitglieder sind.

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Füße zählen zu den Körperteilen des Menschen, die geradezu fahrlässig unterschätzt werden, obwohl sie ein Viertel sämtlicher Knochen des menschlichen Körperbaus beherbergen. Füße sind gemäß ihrer filigranen Struktur die Sensibelchen unter unseren Extremitäten, weshalb man sie nicht mit Füßen treten sollte.

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