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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Jenseits des Karnevals
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Aus meinem Papierkorb: Jenseits des Karnevals

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13:56 13.07.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ

3 Prozent mehr Einträge in Flensburg für die Niedersachsen

Derweil dräut in Niedersachsen das Sommerloch, der Ministerpräsident urlaubt und lässt sein Volk noch im Ungewissen, ob auch er sich in die anstehende Kandidatenschlacht um jenes Amt werfen will, das noch Franz Müntefering in Unkenntnis kommender Verwerfungen als „das schönste neben Papst“ bezeichnete. Damals, als es nur einen Papst gab. Und kaum ist Niedersachsens Landesvater entschwebt, vermeldet das Kraftfahrtbundesamt, dass sich die Niedersachsen in der Flensburger Verkehrssünderdatei mit gut 3 Prozent mehr Neuanträgen nach vorne gerobbt haben, während im Stadtstaat Bremen die Zahl der Verkehrssünder leicht zurückgegangen sei. Den prozentual größten Anstieg unter den Verkehrssündern (plus 38 Prozent) hätten unterdessen die Rheinland-Pfälzer hingelegt – und dies nicht nur zur Karnevalszeit.

Maaßen als letzter kalter Krieger

Apropos Karneval: Aus dem Off hat sich der frühere Bundesverfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen gemeldet. Per Twitter kommentierte er einen Artikel der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) zum angeblich bevorstehenden Ende der deutschen Mehrheitsgesellschaft in deutschen Städten: Die Lektüre der NZZ sei für ihn so etwas wie „Westfernsehen“. Wie wäre es, wenn Maaßen seine eigene Fernsehkolumne aufmachte, möglicher Arbeitstitel: „Der schwarze Kanal“. Im Tal der Ahnungslosen dürfte er, der letzte Kalte Krieger nach dem Ende des Kalten Krieges, damit Erfolg haben.

Die feine britische Art in Amerika

Weniger mit Karneval dürften jene Beschimpfungen zu tun haben, die Donald J. Trump dem bisherigen britischen Botschafter in Washington angedeihen ließ, nachdem dieser die US-Regierung in einem vertraulichen Papier als „dysfunktional“, unsicher und inkompetent beschrieben hatte. „Ich kenne den Botschafter nicht“, twitterte Trump, „aber mir wurde gesagt, er sei ein aufgeblasener Dummkopf.“ Sir Kim Darroch reagierte auf derlei Grobheiten jenseits des Karnevals mit seiner Demission. Die feine britische Art – und doch ein Akt der Verzweiflung angesichts des ordinären Twittergewitters aus dem Weißen Haus.

Von Michael B. Berger

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