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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Ode an das Rös’chen aus Brüssel
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb

Aus meinem Papierkorb: Ode an das Rös'chen aus Brüssel

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17:41 05.07.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ

Aus aktuellem Anlass möchten wir, liebe Papierkorbfreunde, doch bekanntgeben, was Heidi Adele Albrecht, kurz nach der Geburt ihrer Tochter Ursula (jetzt: von der Leyen) niederschrieb und ihr Mann Ernst Albrecht später in einem Büchlein veröffentlichte. Eine Ode an die in Brüssel geborene Ursula „Rös’chen“ Albrecht: „Du bist ein sensationelles Baby: Das erste Kind, das sich nicht ins Leben hineinschreit, sondern von einem friedlichen Schlummer in den anderen gleitet. [...] Mit vier Wochen folgt Dein Blick meinem Fingerspiel. Acht Wochen alt kannst Du bereits – zu Großmutters Entzücken, die Dir ihren ersten Besuch abstattet – anmutig das Köpfchen drehen und ,hören‘. Dein bevorzugter Laut, den die Brüder ständig nachahmen: ereeh, ereeh!“

Ähnliche Laute hört man jetzt aus der SPD-Fraktion, die mit großem Getöse gegen die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu Felde zieht. Den Ärger, dass die Ungarn den Holländer Franz Timmermanns nicht akzeptierten, können wir ja noch nachvollziehen. Ereeh, ereeh. Aber aus einer kleingeistigen Trotzhaltung folgt doch noch keine Politikstrategie. Und wo bleibt eigentlich die Freude einer früher fortschrittlichen Partei, dass künftig zwei Frauen (von der Leyen und Christine Lagarde) die wichtigsten Posten in der EU besetzen könnten? Und wo bleibt der Jubelschrei, zumindest zwischen Ems und Elbe: Es ist eine Niedersächsin! Ereeh, ereeh.

Wir aus der hannoverschen Ressentiment- und Papierkorbecke würden im Zweifelsfall sogar einen Braunschweiger im Palais Berlaymont begrüßen! Man muss doch auch einmal gönne könne ...

Das dachte sich wohl auch Frank Plasberg, als er in seiner angeblich „Hart aber fair“ verlaufenden Sendung einen strammkonservativen Zwirbelbart von der AfD ausgiebig zu Wort kommen ließ. Nun gut, aber die untertänigste Schlussfrage an den AfD-Mann Uwe Junge „Ich hoffe, Sie hatten nicht den Eindruck, an einem Tribunal teilgenommen zu haben“ war dann doch des Guten zuviel. Nur gut, dass die „Hart aber fair“-Laberrunden nicht wie alte „Tatorte“ in der Sommerpause wiederholt werden, weil die Erstausstrahlungen fehlen ...

Und sonst? Wird es wieder wärmer, dräut das Sommerloch in den Nachrichtenspalten, wird die Nordsee mediterraner und bleibt der Niedersachse, was er ist: Sturmfest und erdverwachsen. Und das soll auch so bleiben!

Von Michael B. Berger

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