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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Produktregenten
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Aus meinem Papierkorb: Von Produktregenten

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01:15 27.05.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
Hannover

Na, da greift man doch vor Rührung zum Tempo- oder Rossmann-Taschentuch. Als „Silicon Vally der Menschlichkeit“ hat der Drogist Dirk Roßmann die Stadt Hannover gelobt, weil hier Politik und Wirtschaft gemeinsam Tango tanzen, eine Stadt, in der Bürgervereine aus der Erde schießen - egal, wohin man spuckt. Das ist Heimat-Minne vom Feinsten, Süßholz für die durch die Rathaus-Affäre entwöhnten Raspler. Einfach zu schön. Um wahr zu sein. Von wegen: Nichts ist doofer als Hannover.

O Herr, lass Brägen regnen!

Aber Hannover-Minne ist immer noch besser als der Brexit-Abgesang aus Großbritannien, der nicht nur die Rest-Europäer nervt, sondern auch die Briten selbst. Wenn auch noch nicht höchstrichterlich geklärt ist, ob es nun ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht, weiß man inzwischen, dass es eines ohne Theresa May geben wird. Und das ist angesichts des weiten Horizonts dieser angeblich letzten Fragen doch irgendwie eine tröstliche Vorstellung. Auch ein Leben nach Donald Trump wäre letztlich eine tröstliche Perspektive, andererseits bleibt sein Unterhaltungswert enorm, wenn er etwa die Demokratin Nancy Pelosi schlicht als „verrückt“ tituliert und sich selbst als „extrem stabiles Genie“. O, Herr, hilf seiner Schwachheit auf, lass Brägen regnen über good old Amerika.

Man könnte verzweifeln, wenn es nicht immer wieder gute Nachrichten aus Niedersachsen geben würde. So sind auf Niedersachsens Straßen immer mehr Oldtimer unterwegs, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Nicht Rentner, sondern automobile Gefährten, wobei ein Oldtimer im Vergleich zum Senior nur 30 Jahre alt sein muss, um als solcher auch bezeichnet werden zu dürfen. So gesehen stecken in Ministerpräsident Stephan Weil bereits zwei Oldtimer, von denen jetzt 49.736 Autos, Trecker, Busse und Laster zugelassen sind. 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Und von welchen Oldtimern wurden am meisten zugelassen? Na, wer wohl. Genau, der VW-Käfer. Und läuft, und läuft, und läuft ...

Ratschlag für die SPD-Krise

Vom Käfer auf niedersächsische Produktköniginnen zu kommen, ist jetzt schon ein gewagter Übergang, aber in Zeiten wie diesen, da allerorten auf den Change gesetzt wird, während die Wechsel platzen, muss eine abrupte Überleitung erlaubt sein. Die Produktköniginnen hätten die klassische Loriot-Frage „Wo laufen Sie denn?“ mit einem klassischen Wink auf das nächste Erdbeerfeld oder die nächste Obstplantage beantwortet. Denn im Unterschied zum eher unproduktiven Erbadel haben die Produktmajestäten einen klaren Zweck: Sie werben ein Jahr lang für ihre Region oder ein regionales Produkt. Ein Empfang dieser Hoheiten ist für Landesvater Weil, der in der Regel für die SPD wirbt, stets eine Herzensangelegenheit. Vielleicht sollte die SPD ihn zum Produktregenten küren, damit sie endlich aus der Krise kommt.

Von Michael B. Berger

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