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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Cembali, Cembolo – Royals machen froh!
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Cembali, Cembolo – Royals machen froh!
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00:16 02.06.2014

Er mache schon was her, staunte die Deutsche Presseagentur diese Woche, als sie eines leibhaftigen Königs in Niedersachsen gewahr wurde. Da sei nicht mehr der leichtlebige „Prinz Pilsje“ von einst, der da die Schlosstreppe hinunterkomme, sondern eine äußerst stattliche Erscheinung. Und dann übermannte es den Reporter, doch hören Sie selbst: „Und wenn er dann erstmal Goeieavond (Guten Abend) gesagt hat, dann müssten auch die letzten republikanischen Zweifler zugeben: Ja, das ist die Stimme eines Königs, tief und kräftig.“

Ja, liebe Republikaner in der flachwurzelnden Tiefebene: Wenn Willem-Alexander und die zauberhafte Maxima von Holland rüberrauschen, steht die von muffigen Technokraten ermüdete deutsche Journaille stramm und staunt: „Das niederländische Staatsoberhaupt und seine aus Argentinien stammende Gemahlin haben sich dabei (beim Händeschütteln, die Red.) bewundernswert im Griff. Da mag der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil beim Essen die artigsten Allgemeinplätze von sich geben, Maxima schaut ihn von unten mit einem so verklärten Blick und bewundernden Lächeln an, als hätte er mit ihr gerade den Tango ihres Lebens getanzt.“ Der letzte Tango mit Stephan Weil – was für ein Film!

Das ist also, liebe lesende Republikaner, das Erfolgsrezept der Royalisten, um sich beim Volk beliebt zu machen: Von ganz oben kommen, aber von ganz unten gucken. Ganz oben, ganz unten, so lautet auch der Titel des neuen Buches von Christian Wulff, der sich mit der „Bild“ in den berühmten Fahrstuhl begab, um zum falschen Zeitpunkt auszusteigen und kurz vorm Emir zu Katar auf dem Anrufbeantworter eines „Bild“-Chefredakteurs zu landen. Der Rest ist bekannt.

Aber warum müssen nur alle ständig Bücher schreiben? Von Bettina Wulff haben wir erfahren, dass sie eigentlich eher auf Bademeistern stand. Was gibt jetzt ihr Noch-Gemahl Christian zu Papier? Und wann bekommen wir von Giovanni di Lorenzo den Gesprächsband „auf eine Zigarette mit Dieter Hoeneß“ in die Hände? Nur wenn absolute Humorlosigkeit die Alternative für Deutschland sein sollte, ist die Reaktion der gleichnamigen Partei auf Lorenzos Wahlsünde verständlich. Wegen einer solchen kleinen Peinlichkeit, ruft man doch nicht den Staatsanwalt! Eleganter da schon die Reaktion eines Kollegen von NDR-Kultur: „Wir hören jetzt ein Doppelkonzert für zwei Cembali - das dürfte Giovanni freuen...“

Vielleicht liegt der Reiz von Monarchen darin, dass sie zwar über eine gewaltige Fantasie verfügen, aber niemals Autobiografien verfassen würden. Oder könnten Sie sich vorstellen, dass Prinz Charles einmal „auspacken“ würde, was ihn einst dazu trieb, sich telefonisch der Geliebten Camilla als „Zäpfchen“ anzudienen? Die Zäpfchen-Minne schnitt damals der britische Geheimdienst mit. Warum hören wir von den Royals denn nichts vom NSA? Dürfte interessanter sein als das Handy der Kanzlerin.

Michael B. Berger mit einem satirischen Rückblick auf die Woche. Heute mit Allah, der viel größer ist als die Fifa, Walter Steinmeier, dem diese Woche zum Brüllen zumute war.

26.05.2014

Ist schon ein ziemliches Stinktierchen, dieser Wladimir Schirinowski. Äußert immer wieder Vorschläge, die politisch nicht ganz korrekt sind. Etwa den, man möge doch ein paar Atombomben im Atlantik zünden, um good old England zu überfluten. Nein, Herr Schirinowski, England brauchen wir noch.

Michael B. Berger 19.05.2014

Michael B. Berger mit 
einem satirischen Rückblick 
auf die Woche –
 diesmal stehen die Türkei-Reise von Ministerpräsident Stephan Weil und der Sehnsuchtsort Oggerheim im Fokus.

Michael B. Berger 10.05.2014