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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Lieber dick als doof
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Lieber dick als doof
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16:01 07.11.2009
Von Michael B. Berger

Dazu versendet dpa Archivfotos von einem Vater, der mit seiner Tochter jeweils eine Tanne nachhause trägt, sodass die Familie ausgelastet sein dürfte. Um zehn Prozent sollen die Dinger in diesem Jahr teurer werden, warnt die Nachrichtenagentur, und stützt ihre Information auf die Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzerverbände, die zur tragenden Säule des deutschen Weihnachtsbaumverkaufs zählen dürfte. Also, liebe Leser, jetzt Tannen kaufen, damit man Weihnachten nicht um so tiefer in die eigene Tasche greifen muss.

Mit dem Tannenbaumkauf verhält es sich vermutlich genauso wie mit der Schweinegrippeimpfung: Nie ist man ganz sicher, wann der kairos, der rechte Zeitpunkt gekommen ist. Vorsorglich zuschlagen oder warten, bis die Bescherung da ist? Fragen über Fragen.

Apropos: Fragen. Bevor Sie sich fragen, warum derzeit Christian Wulff so einen aufgekratzten Eindruck macht, obwohl er beim Berliner Personalpoker ganz außen vor geblieben ist, hier die Antwort: Er hat sich gegen Schweinegrippe impfen lassen - und soll außer einer leichten Rötung am Arm und leicht anschwellendem Bizeps keine weiteren Folgen gespürt haben, sodass wir jetzt getrost titeln können: „Christian Wulff, garantiert nicht ansteckend", was aber auch irgendwie nicht ganz hinhaut, da Wulff derzeit eine aufreizend gute Laune verbreitet.

Die dürfte der designierte SPD-Chef Sigmar Gabriel nicht verspüren, wenn er liest, was der frühere „Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust in der Männerzeitschrift „GQ" über ihn äußert. Da erklärt Aust nicht nur den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit zum potenziellen Nachfolger Angela Merkels, sondern lästert auch über Gabriel. Der sei zwar ein „außerordentlich begabter Politiker" sollte jedoch „disziplinierter sein" und „etwas weniger essen". „Aber dieses Gespräch führe ich mit ihm seit vielen Jahren", sagt Diätberater Aust. Wir halten es da mit jener Replik, die Gabriel einst Kanzler Schröder entgegenschleuderte, als der über Gabriels Leibesfülle lästerte: „Lieber dick als doof."

Mindestens zehn Stunden muss man sie ziehen lassen, in ziemlich salzigem Wasser, bis sie überhaupt genießbar sind. Französische Metzger hauen sie in die Wurst, die Portugiesen in einen Eintopf mit Bohnen, der mit reichlich grausam gerollten „r“ dann als „Dobrada“ an den Tisch gekellnert wird, während die Italiener sie als Trippa alla fiorentina auftischen. Die Rede ist von Kaldaunen, hundserbärmlichen Kutteln.

Michael B. Berger 30.10.2009

Einem geschenkten Gaul soll man bekanntlich ja nicht ins Maul gucken, zumal auch hier die Prothetik weit entwickelt ist. Aber manchmal wundert man sich doch. So hat die Springer AG allen Bundesländern ein Stück der früheren Berliner Mauer geschenkt.

Michael B. Berger 24.10.2009

Es ist wirklich nicht schön, was uns das Meinungsforschungsinstitut Forsa so täglich auf den Tisch bringt. Nein, wir meinen nicht die jüngste, ziemlich grausame Prognose, dass sich nur noch zwanzig Prozent der Bundesbürger entschließen würden, die SPD zu wählen. Viel gravierender ist der neueste Forsa-Befund zur Zahngesundheit.

Michael B. Berger 16.10.2009