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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Notlandungen und Wahlwerbung
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Notlandungen und Wahlwerbung
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20:02 18.09.2009
Von Michael B. Berger
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„Die Stipendiaten erhalten eine Managerausbildung an der privaten Karlshochschule, die sie als Rulebreaker für disruptive Innovationen ausbilden soll.“ Alles klar? Die sollen den Laden, beziehungsweise Markt aufmischen, disruptiv. Und dabei weder Regel noch Grenze kennen. „Deutschland braucht Rulebreaker“ rufen die Karlsruher noch.

Disruptive Innovationen könnten auch der SPD gut tun, obwohl sie mit „Münte“ ein echtes Unikat an der Spitze hat. Das zeigte sich nicht nur in seiner Geburtstagsrede für Sigmar Gabriel am Sonnabend in Goslar, sondern zwei Tage später bei einer Notlandung aus einem Flugzeug in Frankfurt: „Münte“ ist ruckzuck die Notrutsche runter, läuft aber nicht weg vom Flugzeug, obwohl das explodieren könnte, sondern wartet galant ab, bis eine pummelige CSU-Staatssekretärin runtergerutscht kommt, hilft der noch auf die Beine und dann noch seinem Assistenten, bis er sich selbst in Sicherheit bringt. Zwei Stunden nach der Notlandung zapft er genussvoll in Stuttgart Bier. Mensch, „Münte“: Der Mann hat Nerven. Aber die braucht man wohl diese Tage als SPD-Vorsitzender.

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Apropos Bierzapfen: Landwirtschaftsminister Heiner Ehlen hat jetzt in Niedersachsen die „Geschmacks-Entdecker-Tage 2009“ ausgerufen und gibt auf einer Presseerklärung als „Feinschmeckerministertipp“ ein paar Internetadressen an – eine wohl eher eruptive Innovation. „Die gesunde Geschmacksvielfalt hat jeder direkt vor seiner Haustür – hingehen, hingucken und ausprobieren“, schreibt der Minister. Wir haben unsere Haustür geöffnet, eine Nacktschnecke entdeckt, die sich vor der Spätsommersonne in Sicherheit bringt, etwas Katzen- und Igelschiet und ein Beet, das nach dem Gärtner schreit. Apropos Geschmack: „Wählen ist wie Zähne putzen“, sagt ver.di auf einem Flugblatt, das ein paar ekelhaft kariöse Zähne zeigt, während die Linkspartei uns intellektuell mit Plakaten verwöhnt, die fordern „Hartz IV abschaffen“ oder „Keine Rente ab 67“. Das hätte auch ein Ordoliberaler nicht besser formulieren können.


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