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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Saure Kutteln und Rösler
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Saure Kutteln und Rösler
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18:52 30.10.2009
Von Michael B. Berger

Mancher schüttelt sich, wenn er an den in Streifen geschnittenen Pansen denkt. Und Kutteln dürften eigentlich kaum einen niedersächsischen Bundesgesundheitsminister mit Migrationshintergrund stählen, selbst wenn sie sauer eingelegt sind.

Sie fragen nun: Was hat Philipp Rösler, der es hiermit zum ersten Mal in diese Kolumne schafft, mit diesen Kutteln zu tun, die nur außerhalb Niedersachsens als Delikatesse gelten? Die Antwort lautet: Bis vor einer Woche gar nichts, bis er als Bundesgesundheitsminister nach Berlin wechselte. Dort wünschte ihm die ausscheidende Staatssekretärin Caspers-Merk fürderhin „alles Gute der Welt“ und ergänzte: „In dem Amt braucht man, wie man uff süddeutsch sagt, gudde kuddeln.“ Auf deutsch wird das wohl heißen, dass Rösler künftig einen strapazierfähigen Magen braucht, um all das Lobbyistengesülze zu ertragen. Aber das hat er nun davon, der vor einer Woche gebetsmühlenartig deklarierte, ihn ziehe nichts, aber auch rein gar nichts nach Berlin. Schwupps ist er weg, der alte Schlawiner, aufgestiegen im Berliner Kuddelmuddel. Dafür hat er in Hannover einigen Kuddelmuddel angerichtet.

Uns ist übrigens sauer aufgestoßen, wie schnell man in Hannover Minister, Staatssekretär oder Landtagsfraktionsvorsitzender werden kann – obwohl der gute Bode schon etwas reifer wirkt. Hauptsache jung, Hauptsache eine dürre oder gar keine Berufserfahrung. Aber will wollen das nicht so eng sehen, schließlich handelt es sich ja um Liberale. Eine Lösung des geradezu grausam in Erscheinung tretenden Kräftemangels böte sich nur an, wenn auch die FDP noch eine richtige Volkspartei werden würde oder wieder auf die Wahlprozentmarge rutschte, die eine kleine, aber feine Partei eben auszeichnet.

Einem geschenkten Gaul soll man bekanntlich ja nicht ins Maul gucken, zumal auch hier die Prothetik weit entwickelt ist. Aber manchmal wundert man sich doch. So hat die Springer AG allen Bundesländern ein Stück der früheren Berliner Mauer geschenkt.

Michael B. Berger 24.10.2009

Es ist wirklich nicht schön, was uns das Meinungsforschungsinstitut Forsa so täglich auf den Tisch bringt. Nein, wir meinen nicht die jüngste, ziemlich grausame Prognose, dass sich nur noch zwanzig Prozent der Bundesbürger entschließen würden, die SPD zu wählen. Viel gravierender ist der neueste Forsa-Befund zur Zahngesundheit.

Michael B. Berger 16.10.2009

Also, bei mancher E-Mail, die einem in den Topf geworfen wird, zuckt man doch zusammen. Da schreibt mir ein ThinkTank („Ich bin zwei Öltanks“) aus Karlsruhe, dass noch „Hochschulstipendien für Querdenker“ zu vergeben seien – und landet hier an der absolut falschen Adresse.

Michael B. Berger 18.09.2009