Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Obama, Gabriel und Zahnfäule
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Obama, Gabriel und Zahnfäule
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:16 16.10.2009
Von Michael B. Berger

„Zahnputzmuffel" seien die Norddeutschen, hat Forsa im Auftrag einer Krankenkasse herausgefunden. 22 Prozent der 1000 Befragten in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein hätten angegeben, für das Zähneputzen keine Zeit zu haben. Jeder Vierte (meistens ein Mann) fühle sich „regelmäßig zu müde", um sich abends die Zähne zu putzen. Einfach zu schlaff, die Bürste in den Rachen zu stemmen. Was die Mund- und sonstige Fäule betrifft, sind wir von einem Nordstaat also gar nicht mehr so weit entfernt - und vom Shakespeare-Zitat, dass „something rotten" sein müsse im Staate Dänemark...

Aber das wird sich jetzt vermutlich mit der neuen Regierung in Berlin alles ändern, wenn man das strahlende Lächeln der Koalitionäre sieht (und das kleinkoalitionäre Zähneknirschen darüber überhört, dass es wohl nicht hopplahopp zu Steuererleichterungen kommt). Warum hat eigentlich nicht der von-und-zu-Guttenberg den Friedensnobelpreis bekommen, oder gleich der Westerwelle? Die haben doch auch noch so viel vor. Und so ein Nobelpreis ist doch wirklich ein letzter Ansporn, seinem Leben noch einen Kick zu geben und Gutes zu tun. Andererseits hätte diesen Preis dann auch unser Siggi Gabriel aus Goslar an der Oker beanspruchen können. Denn Friede schaffen ohne Waffen in der SPD, ist schließlich auch ein recht ehrgeiziges Programm. Wie Sie sehen, habe ich jetzt mit Obama diese Kolumne wieder auf niedersächsisches Maß heruntergebrochen (Gabriel sei Dank).

Und wo wir gerade in Goslar mit Blick auf den Harz sind, möchten wir nicht versäumen, die niedersächsischen Landesforsten zu loben, die ein „Nordic-Walking-Event unter Mammutbäumen" rechtzeitig zur Laubverfärbung durchgeführt haben, während immer mehr privatisierte Stadtreinigungen darauf verfallen, dem Laubfall mit diesen schrecklichen Pustern zu begegnen, deren Aufschrei einem morgens nach dem Zähneputzen sofort das Gute-Laune-Lächeln im Gesicht gefrieren lässt. Da ist eben nicht nur etwas faul im Staate Dänemark, sondern auch bei der Stadtreinigung. Womit sich ein Kreis geschlossen hätte.

Also, bei mancher E-Mail, die einem in den Topf geworfen wird, zuckt man doch zusammen. Da schreibt mir ein ThinkTank („Ich bin zwei Öltanks“) aus Karlsruhe, dass noch „Hochschulstipendien für Querdenker“ zu vergeben seien – und landet hier an der absolut falschen Adresse.

Michael B. Berger 18.09.2009
Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Die Parteien verlieren ihre Konturen, wie wir nicht unsere Pfunde - Abgesang auf einen Sommer

Schwer dräuen Septemberwolken übers Land, texten uns die Wahlkämpfer zu mit unwirklichen Weisen von Saft und Kraft, vermeldet der Deutsche Depeschendienst „Herbst ist nicht mehr aufzuhalten“, während ein örtlicher Polizeireport lakonisch notiert: Meerschweinchen beim Sperrmüll „entsorgt“. Ja, mein Gott, es kann doch nicht alles in der Asse landen!

Michael B. Berger 11.09.2009

Es gibt Meldungen, die können selbst dem abgebrühtesten Kulturkritiker einen Schauer über den Rücken jagen. Etwa diese aus dem niedersächsischen Osten, aus einer Region, in der sich der Sage nach nur Fuchs und Hase Gute Nacht sagen sollen, wenn sie nicht auf Bundesgrenzschutzbeamte stoßen, die mit Taschenlampen und leisem Grimm um das Atomlager Gorleben schnüren.

Michael B. Berger 04.09.2009