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Zur Person: Christian Wulff Bettina Wulff könnte als jüngste First Lady in Bellevue einziehen
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20:55 04.06.2010
Einblick ins Privatleben: Die Wulffs zu Hause in Großburgwedel. Quelle: Ralf Decker
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Sie wäre die jüngste First Lady aller Zeiten. Und, nach allem, was man weiß, die erste mit einem Tattoo auf dem Oberarm. Wenn alles wie erwartet läuft, zieht nicht nur Christian Wulff, sondern mit ihm auch seine 36-jährige Frau Bettina in das Schloss Bellevue ein – im Vergleich etwa zu ihren Vorgängerinnen Eva Luise Köhler und Christina Rau eine durchaus glanzvolle, ja boulevardtaugliche Besetzung für die erste Frau im Staate. Schon jetzt beeilen sich die bunten Blätter, die 1,80 Meter große Frau mit den blonden Haaren und den braunen Augen in den Blick zu nehmen. „Bild“ nannte sie am Freitag gänzlich unpräsidial einen „Hingucker“.
Ihre Karriere als Gegenstand der Berichterstattung ist gerade einmal sechs Jahre alt. Damals hieß sie noch Bettina Körner, war alleinerziehende Mutter des zweijährigen Leander und arbeitete als Pressereferentin bei Continental in Hannover. Pfingsten 2006 traf sie erstmals mit dem Ministerpräsidenten zusammen – mit weitreichenden Folgen.

Wulff gab bereits kurze Zeit später bekannt, dass er sich von seiner Frau Christiane in Osnabrück nach 18 Ehejahren getrennt hatte, und zeigte sich mit Bettina erstmals am 15. Juni 2006 während der Fußball-WM bei einem Fanfest auf dem Waterlooplatz in HannoverDeutschland besiegte Polen mit 1:0. Bettina Körner, die Wulff mit einer zielstrebigen PR-Offensive in die Öffentlichkeit einführte, punktete durch ihren kühlen Charme. Noch im August des gleichen Jahres bezog sie mit ihrem Sohn Leander und dem Ministerpräsidenten eine Dachgeschosswohnung einer pastellgelben Jugendstilvilla im sogenannten Philosophenviertel in Hannover-Kleefeld. Als sie im Oktober 2006 erstmals offiziell die Rolle der Gastgeberin beim Damenprogramm einer Ministerpräsidentenkonferenz übernahm, hagelte es Kritik, weil Wulff noch nicht geschieden war. Doch die selbstbewusste Pressereferentin setzte sich mit einem Lächeln darüber hinweg – und feierte im März 2008 im Luxus-Schlosshotel in Schwöbber bei Hameln mit Christian Wulff Hochzeit. Im kleinen Rahmen, aber glanzvoll. Der Beliebtheit des bis dahin bieder wirkenden Katholiken Wulff schadete die Trennung entgegen manchen Befürchtungen in der Staatskanzlei kaum.

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Zum Zeitpunkt der Hochzeit war Bettina Wulff bereits hochschwanger. Im Mai 2008 kam Linus Florian zur Welt, das erste gemeinsame Kind des Paares. Die Wulffs bastelten sich ein neues Zuhause. Ein gutes halbes Jahr nach der Geburt kaufte die Patchworkfamilie sich einen rustikalen Klinkerbau in Großburgwedel, den sie nun auch behalten wollen, falls sie zum Präsidentenpaar werden. Dort, in Großburgwedel, ist Bettina Wulff einst eingeschult worden. Später wechselte sie zur Leibnizschule nach Hannover – wo sie mit 18 Jahren ihr Abitur ablegte. Zu Schulzeiten hatte sie noch eine kurze Igelfrisur und sang im Schulchor, auch als Solostimme in dem Musical „Cats“. „Sie konnte sehr gut singen damals“, erzählt eine ehemalige Mitschülerin.

Anfangs scheute die Frau des Ministerpräsidenten das Scheinwerferlicht noch ein bisschen und zog es vor, sich lässig in Jeans bekleidet im Hintergrund zu halten. Doch mittlerweile scheint sie sich an ihre Stellung in der Öffentlichkeit gewöhnt zu haben. Sie besucht mit ihrem Mann Talkshows und lässt sich für Hochglanzmagazine ablichten – zuletzt eng umschlungen mit der Schauspielerin Veronica Ferres, der Lebensgefährtin des hannoverschen AWD-Gründers Carsten Maschmeyer. Bettina Wulff engagiert sich für Familienhebammen, tauft Giraffen im Tierpark und setzt sich als Schirmherrin der Stiftung „Eine Chance für Kinder“ für Familien in schwieriger Lage ein.

Nach einer Babypause ist Bettina Wulff wieder berufstätig. Sie arbeitet halbtags in der Zentrale der Drogeriekette Rossmann, ebenfalls in Großburgwedel. Hier gibt sie Presseauskünfte und schreibt Beiträge für die Kundenzeitschrift – über Kosmetikprodukte und Lehrlingsausbildung. Nachmittags ist sie für die Kinder da – für den sechsjährigen Leander, der zur Schule geht, und für Linus Florian, der in der Krippe betreut wird.

Das Schloss Bellevue scheint auf die Patchworkfamilie aus Hannover samt der Kinder vorbereitet zu sein. Im Berliner Amtssitz gibt es ein Kinderzimmer, Spielzeug und Plüschtiere. Das Zimmer sei eigentlich für Kinder von Mitarbeitern oder Gästen eingerichtet, stehe aber selbstverständlich zur Verfügung, heißt es schon einmal vorsorglich vom Bundespräsidialamt.

Heinrich Thies und Dirk Schmaler

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