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Promis Diane Kruger reist mit falscher Identität - als Vorbereitung für Rolle als Agentin
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Diane Kruger reist mit falscher Identität - als Vorbereitung für ihre Rolle als Agentin

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09:18 23.08.2019
Schauspielerin Diane Kruger spricht im Interview über ihren neuen Film "Die Agentin".

Frau Kruger, Sie spielen in Ihrem neuen Film eine israelische Agentin im Iran: Wie haben Sie sich in das Alltagsleben einer Mossad-Spionin eingefühlt?

Fünf Tage lang habe ich das Agentenleben zumindest ansatzweise trainiert – mit Mossad-Beratern in Tel Aviv. Die Geheimdienstler haben mir eine konkrete Aufgabe gestellt: Ich sollte mit einem Pass mit falscher Identität über den internationalen Ben-Gurion-Flughafen einreisen. Mir war klar, dass ich im Falle einer Verhaftung schnell wieder raus aus dem Gefängnis sein würde, aber ich stand doch mit schweißnassen Händen da bei der Vorstellung, dass dies jetzt der Flughafen in Teheran gewesen wäre.

Haben Sie die Aufgabe gemeistert?

Ja, und das Training hat mir bewusst gemacht, wie schwierig es für eine Agentin ist, über Jahre mit einer fremden Identität zu leben und diese auch beim morgendlichen Brötchenkauf aufrechtzuerhalten. Ich empfehle übrigens, sich eine Identität zuzulegen, die nicht komplett erfunden ist. Man verheddert sich dann nicht so schnell in Widersprüchen.

Als Deutsche ist ein Israel-Aufenthalt etwas Besonderes: Was haben Sie bei den Dreharbeiten über den Staat Israel gelernt?

Tel Aviv hatte ich mir viel moderner vorgestellt – nicht mit so vielen Kabeln, die da überall rumhängen. Aber die Stadt mit ihrem Strand ist superschön, da kommen Urlaubsgefühle auf – und gleichzeitig weiß man, dass gar nicht so weit entfernt Bomben explodieren. Trotzdem wirken die Leute entspannt. Klar wurde mir aber auch, dass die Israelis sich als bedrohtes Volk sehen. Israelis würden alles für ihr Land tun – auch wenn sie dort gar nicht geboren wurden.

Was würden Sie denn für Deutschland tun?

Also ich würde nicht für den deutschen Geheimdienst arbeiten und nach Teheran gehen. Wenn mir jemand sagen würde, mach mal eben zwei Jahre Militärdienst für dein Land, wäre das auch keine Option – egal ob für Deutschland, Frankreich oder die USA. Ich bewundere aber den Stolz der Israelis auf ihr Militär. Wer nicht Soldat wird, egal ob Mann oder Frau, wird komisch angeschaut.

Hat es Ihnen geholfen, dass Sie selbst zwischen Sprachen und Ländern unterwegs sind?

Es war schon hilfreich, dass ich drei Sprachen spreche und in Frankreich und den USA gelebt habe. Ich hatte eine gewisse Basis für die Rolle: Ich konnte mir gut eine Person vorstellen, die nirgendwo wirklich zu Hause ist.

Wie haben Sie eigentlich all diese Sprachen gelernt?

In der Schule hatte ich Latein und Englisch. Latein habe ich leidenschaftlich gehasst und war auch richtig schlecht. Beim Englischlernen war es gut, dass ich auf der Royal Academy in London Ballett getanzt habe. Französisch habe ich in Frankreich gelernt. Ich schreibe es nicht so gut, aber ich spreche beinahe wie eine Französin.

Haben sich Kinorollen für Frauen durch die #MeToo-Bewegung verändert?

Früher waren Drehbücher oft aus einer eindeutig männlichen Perspektive geschrieben. Da hat sich glücklicherweise etwas getan. Frauen haben inzwischen in Filmen oft mehr zu sagen als Männer.

Wo liegen für Sie die Grenzen, was Sie vor der Kamera zu zeigen bereit sind?

Klar ist für mich eines: Frauen sollten vor der Kamera nicht bloßgestellt oder gedemütigt werden, wenn Rolle und Handlung des Films dies nicht ausdrücklich verlangen.

Hat sich ihr Berufsleben verändert, seit Sie mit Fatih Akins NSU-Drama „Aus dem Nichts“ die Palme in Cannes gewonnen haben?

Mir werden tatsächlich interessantere Rollen angeboten, auch solche, in denen ich Alltagsheldinnen spiele.

Sie sind inzwischen Mutter: Haben Sie noch genügend Zeit für Ihren Beruf?

Nach der Geburt meiner Tochter habe ich mir bewusst sechs Monate Zeit für mich genommen. Und ich habe es genossen. Als ich jünger war, habe ich mich dauernd gefragt: Was mache ich als Nächstes? Ich habe immer nach etwas noch Besserem gesucht. Das Gute am Älterwerden ist, dass man den Platz okay findet, an dem man gerade ist.

Leben Sie mit Tochter anders?

Fragen Sie mich das in fünf Jahren noch mal. Aber ja, ich möchte noch viel weniger von mir preisgeben in Öffentlichkeit und sozialen Medien. Durch meine Tochter hat sich dieser Wunsch verstärkt.

RND/Stefan Stosch

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