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Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen in Niedersachsen steigt im Juli 2019 leicht an

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19:55 31.07.2019
222.448 Frauen und Männer waren im Juli 2019 in Niedersachsen arbeitslos – das sind 4,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Quelle: Sonja Wurtscheid/dpa
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Hannover/Bremen

Mit Beginn der Sommerpause ist die Arbeitslosigkeit in Niedersachsen leicht gestiegen. Im Juli waren 222.448 Frauen und Männer arbeitslos – 4,5 Prozent mehr als im Juni, aber 4,0 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf 5,1 Prozent.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Niedersachsen war laut Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, im Juli stabil. Trotz Eintrübung der Konjunktur versuchten Betriebe und Verwaltungen, sich Fachkräfte zu sichern. Die Fluktuation der Arbeitskräfte sei hoch, und es gelinge nicht immer, freie Stellen rasch zu besetzen.

15.000 Bewerber haben noch keinen Ausbildungsplatz

Vor Beginn des neuen Ausbildungsjahrs seien im Juli noch 15.000 Bewerber ohne Stelle in Niedersachsen registriert gewesen, teilte die Arbeitsagentur mit. Zugleich hätten die Betriebe 20 800 offene Ausbildungsplätze angeboten. Die Arbeitsagentur verwies darauf, dass auch ein späterer Ausbildungsbeginn möglich sei. Lehrstellenbewerber sollten sich an die Berufsberatung wenden. Den Betrieben mit offenen Stellen helfe der Arbeitgeberservice der Agentur.

Arbeitslosenquoten in der Region Hannover liegt im Juli bei 6,6 Prozent

Die höchsten Arbeitslosenquoten gab es in Wilhelmshaven (10,7 Prozent) und Delmenhorst (9,8 Prozent). Am niedrigsten war die Quote im Westen im Emsland (2,5 Prozent) und in der Grafschaft Bentheim (2,6 Prozent). Die Region Hannover lag mit 6,6 Prozent im Mittelfeld.

Niedrigste Juli-Arbeitslosigkeit seit der deutschen Wiedervereinigung

Deutschlandweit stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht auf 2,275 Millionen. Das waren 59.000 Arbeitslose mehr als im Juni und 49.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Trotzdem verzeichnete die Bundesagentur damit die niedrigste Juli-Arbeitslosigkeit seit der deutschen Wiedervereinigung.

Fachkräftebedarf ist weiter groß

Trotz des ins Stottern geratenen Konjunkturmotors läuft es auf dem deutschen Arbeitsmarkt weiterhin rund. Auch wenn die Zahl der offenen Stellen, vor allem in der konjunktursensiblen Zeitarbeitsbranche, sinke, sehe er keinerlei Hinweise auf eine drohende Jobkrise, sagte Bundesagentur-Vorstandsmitglied Daniel Terzenbach. Der Fachkräftebedarf sei weiter groß und das Risiko, entlassen zu werden, derzeit so gering wie nie. Dass die Zahl der Erwerbslosen im Juli regelmäßig vorübergehend steigt, erklären Experten mit dem sogenannten Ferieneffekt: Viele Unternehmen verschieben Einstellungen bis nach der Sommerpause. Außerdem werden manche Jugendliche nach der Ausbildung nicht gleich übernommen. Auch Zeitverträge liefen oft zur Urlaubszeit aus.

Von Friedemann Kohler und Klaus Tscharnke