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Autogipfel: Umweltminister Lies fordert Ausbau von Wasserstofftankstellen

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09:00 06.11.2019
„Wir müssen den Strom von Teilen der EEG-Umlage befreien und dafür sorgen, dass die Stromsteuer sinkt“: Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Hannover

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) begrüßt Kaufanreize für E-Autos. Er fordert aber auch eine Senkung der Stromsteuer und einen Ausbau von Wasserstofftankstellen.

Herr Lies, sind Sie zufrieden mit den Ergebnissen des Autogipfels?

Die Ergebnisse sind ein wichtiges Signal an die Käufer, bei denen man immer noch eine gewisse Verunsicherung merkt. Zweitens sind sie ein klares Signal an die Industrie, jetzt konsequent auf Elektromobilität zu setzen. Drittens sind sie ein klares Signal für den Ausbau der erneuerbaren Energien, ohne den die Elektromobilität keinen Sinn ergibt. Wenn alle drei Botschaften so ankommen, dann bin ich zufrieden.

Ist die Zahl der geplanten Ladesäulen ehrgeizig genug?

Bei Elektromobilität denken alle an die Städte und sagen, die Ausstattung mit Ladesäulen reicht nicht. Das stimmt, da ist noch Handlungsbedarf. Ich sehe aber die Elektromobilität auch als Riesenchance für die Anbindung ländlicher Räume, für den klassischen Pendler. Wer vom Land kommt, hat in der Regel die besseren Voraussetzungen: einen festen Parkplatz, eine Auffahrt oder Garage. Damit haben wir Hunderttausende Lademöglichkeiten im direkten Wohnumfeld.

Müsste nicht eher dafür gesorgt werden, dass die Reichweite der E-Autos größer wird?

Die Elektroautos, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen, werden sich zwischen 200 und 300 Kilometern Reichweite einpendeln. Wenn man sich das typische Nutzerverhalten der Autofahrer ansieht, ist das völlig ausreichend. Wir brauchen aber vor allem ein Konzept, das sicherstellt, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur an den richtigen Stellen erfolgt.

Werden die geplanten Kaufanreize zum Umstieg der Kunden auf E-Autos führen?

Ich halte die Kaufanreize für einen absolut richtigen und auch konsequenten Schritt. Das wird dafür sorgen, dass wir sehr schnell den einen oder anderen für den Einstieg in die Elektromobilität begeistern können. Wir haben aber gerade den Strom teurer gemacht, weil die EEG-Umlage gestiegen ist. Wenn wir wollen, dass Menschen umsteigen, müssen wir auch signalisieren, dass sie dauerhaft günstiger unterwegs sind. Wir müssen den Strom von Teilen der EEG-Umlage befreien und dafür sorgen, dass die Stromsteuer sinkt.

Warum hat beim Autogipfel niemand über Wasserstoff gesprochen?

Der Gipfel hat sich fokussiert auf die E-Mobilität. Wir brauchen aber auch einen viel schnelleren und konsequenteren Ausbau von Wasserstofftankstellen. Mehr als ein Drittel der gesamten Kohlendioxid-Emissionen im Straßenverkehr kommen durch den Güterverkehr. Bei Bussen oder Lastwagen, wo die Batterie keinen Sinn macht, brauchen wir den Einsatz von Wasserstoff oder Brennstoffzellen.

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