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Wirtschaft Bis zu 650 Jobs bei Alstom bedroht?
Nachrichten Wirtschaft Bis zu 650 Jobs bei Alstom bedroht?
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01:15 27.04.2019
Noch sind die Auftragsbücher voll – doch wie lange noch? Zugproduktion bei Alstom in Salzgitter. Quelle: Alstom
Hannover

Der Betriebsrat des Zugherstellers Alstom in Salzgitter schlägt Alarm: Er befürchtet, dass dem Werk Kurzarbeit und der Abbau von bis zu 650 Stellen bevorstehen könnten.

Wegen rückläufiger Auftragseingänge werde die Auslastung der Fabrik voraussichtlich im kommenden Jahr stark zurückgehen, sagte der Alstom-Betriebsrat Reinhard Kratzert am Mittwoch. Aus diesem Grund seien die Jobs von rund 250 Leiharbeitern und befristet Beschäftigten sowie etwa 400 feste Stellen in Salzgitter und zum Teil auch in Braunschweig gefährdet. Insgesamt beschäftigt der französische Konzern in Salzgitter rund 2300 Mitarbeiter.

Profitabilität soll gesichert werden

Das Unternehmen wollte sich zu der Frage, ob Arbeitsplätze bedroht sind, nicht äußern. „Alstom bestätigt, dass das Management der Alstom Transport Deutschland GmbH den Betriebsrat zu Besprechungen eingeladen hat, um die wirtschaftliche Zukunft der deutschen Standorte zu diskutieren und deren Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität langfristig zu sichern“, erklärte eine Sprecherin nur. „Zum Inhalt dieser Diskussionen möchten wir keine weiteren Anmerkungen machen.“ Das Unternehmen überprüfe seine Geschäfte regelmäßig „und passt sie bei Bedarf an die Entwicklung der Märkte an“.

Noch seien die Auftragsbücher voll, sagte Kratzert. Die Auftragseingänge gingen allerdings zurück – und von März 2020 an werde es kritisch. Man werde darüber reden müssen, dass Beschäftigte gehen müssten. Schon in den vergangenen Jahren habe die Konzernleitung in Paris Arbeiten an günstigere Standorte zum Beispiel nach Polen und in die Türkei verlagert. Nun gebe es Pläne, weitere Tätigkeiten künftig in Russland verrichten zu lassen. „Wir sind zu teuer.“

Betriebsrat fordert neuen Standortvertrag

Die Arbeitnehmervertreter hoffen, dass man Stellenstreichungen vor allem durch Vorruhestands- und freiwillige Abfindungsregelungen erreichen kann und ein Teil der Belegschaft vorübergehend im benachbarten MAN-Werk unterkommen können. „Wir fordern, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt“, sagte Kratzert. Der im kommenden März auslaufende Vertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung müsse verlängert werden. Das Management in Frankreich solle eine bestimmte Auslastung des Standortes zusichern und versprechen, dass Kernkompetenzen erhalten blieben.

Im früheren Linke-Hofmann-Busch-Werk in Salzgitter produziert Alstom vor allem Regionalzüge und Stadt­bahnen. Außerdem hat der Bahntechnikspezialist dort einen Regionalzug mit Brennstoffzellentechnologie entwickelt und gebaut. Weitere Alstom-Standorte in Deutschland sind in Braunschweig, Stendal, Berlin, Waibstadt und München.

Um sich besser gegen die zunehmende Konkurrenz besonders aus China behaupten zu können, wollten Alstom und der Konkurrent Siemens ihre Bahngeschäfte zusammenlegen. Die geplante Fusion zu einem internationalen „Zug-Champion“ wurde jedoch von der Europäischen Kommission untersagt.

Von Dirk Stelzl

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