Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt 3,11 Millionen Arbeitslose im Februar
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt 3,11 Millionen Arbeitslose im Februar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:06 29.02.2012
Wegen der Kälte im Februar sind die Arbeitslosenzahl angestiegen. Quelle: dpa
Anzeige
Nürnberg

Damit sind in Deutschland rund 26.000 mehr Menschen als im Januar arbeitslos, aber knapp 203.000 weniger als vor einem Jahr. Der Hauptgrund dafür sei nach Expertenmeinung der klirrende Frost in der ersten Monatshälfte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 7,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 7,9 Prozent gelegen.

Nach Darstellung von HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch hatte wegen der extremen Kälte auf vielen Baustellen die Arbeit geruht. Trotz der dämpfenden Wirkung des sogenannten Saisonkurzarbeitergeldes könne das dem einen oder anderen Bauarbeiter vorübergehend den Job gekostet haben. Dies schlage sich dann auch entsprechend in der Arbeitslosenstatistik nieder. „Wir haben im Februar schon klar negative Effekte vom Bau“, betont Koch.

Anzeige

Nach Abzug dieser saisonalen Faktoren überwiegt bei den befragten Fachleuten allerdings vorsichtiger Optimismus. „Viele Indikatoren deuten auf eine weitere Expansion am Arbeitsmarkt hin. Das zeigte beispielsweise die weiterhin wachsende Zahl bei den offenen Stellen im Januar“, macht etwa Konjunkturforscher Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut deutlich. Vor allem Dienstleistungsunternehmen, aber auch viele Baufirmen planten nach dem Ifo-Beschäftigungsbarometer weiterhin Neueinstellungen.

Trotzdem war die Lage für Jobsucher im Februar nicht mehr ganz so rosig wie in den zurückliegenden Monaten. Erstmals seit dem Ende der Finanzkrise ist die Arbeitskräftenachfrage nach Feststellungen der Bundesagentur wieder etwas stärker geschrumpft. Den Arbeitsagenturen seien weniger neue Stellen als in den Vormonaten gemeldet worden. Entsprechend sank der von der BA ermittelte Stellenindex um 4 auf 175 Punkte. Abgesehen von einer Delle im Sommer 2011 war die Nachfrage nach Arbeitskräften seit Juni 2009 kontinuierlich gestiegen und hatte zuletzt ein Rekordniveau erreicht.

Die BA-Erkenntnisse decken sich weitgehend mit den Prognosen der von dpa befragten Bankenvolkswirten. Sie gehen davon aus, dass die Zeiten der rasanten Jobzuwächse wie im Jahr 2011 erst einmal vorbei sind. „Das geht derzeit alles in Richtung eines moderaten Beschäftigungswachstums“, meint etwa HypoVereinsbank-Vertreter Koch. Deutsche Bank-Volkswirt Stefan Schneider hält in den kommenden Monaten sogar vorübergehend einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen für möglich. Ein deutlicher Hinweis darauf ist für ihn der jüngste Einkaufsmanager-Index: „Die Daten zeigen, dass die Unternehmen inzwischen bei Neueinstellungen vorsichtiger planen.“

dpa

Mehr zum Thema
Aus der Stadt Arm trotz Arbeit - Zum Leben zu wenig

In der Region Hannover können 13.600 Menschen nicht von ihrem Lohn leben. Sie brauchen Hilfe vom Staat. Und es werden immer mehr. Ein „Aufstocker“ erzählt vom Rand des Arbeitsmarktes.

Gunnar Menkens 27.02.2012

Dass sie beide einmal als Vorbilder für ihre Generation vor die Presse treten würden, hätten sich Cornelia Oldenburg (50) und Petra Kollmann-James (53) wohl kaum gedacht. Aber das Jobcenter Region Hannover wählte die Frauen aus, weil sie als Beispiele für gelungene Integration älterer und zuvor arbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt gelten.

Gunnar Menkens 26.02.2012

In Deutschland gibt es wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose. Das gab die Bundesagentur für Arbeit am Vormittag bekannt. Auch in Niedersachsen stieg die Arbeitslosenzahl jahreszeitbedingt an.

31.01.2012