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Deutschland / Welt 96-Präsident Kind für größeren Sparbeitrag der Reichen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt 96-Präsident Kind für größeren Sparbeitrag der Reichen
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08:30 14.06.2010
96-Präsident Martin Kind Quelle: Ulrich zur Nieden
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96-Präsident Martin Kind ist für einen größeren Sparbeitrag der Reichen: „Seine Kernaussage teile ich, und zwar insbesondere als Privatmann“, sagte Kind, der auch Präsident von Hannover 96 ist. In seiner Rolle als Führer eines Unternehmens sei er jedoch der Ansicht, dass Firmen „nicht zu stark belastet werden dürfen“. Über eine konkrete Umsetzung und weitere Ausgestaltung der Vorschläge müsse man „im Detail sicher noch diskutieren“.

Auch der Vorstandssprecher der Hannoverschen Volksbank, Jürgen Wache, begrüßte Rossmanns Äußerungen. „Das spricht vielen Menschen aus dem Herzen“, sagte Wache. „Eine breite Beteiligung, insbesondere der Besserverdienenden in unserem Lande, an dem Abbau der Staatsverschuldung scheint geboten und auch akzeptabel.“

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Der Geschäftsführer des hannoverschen Chemiespezialisten Hüttenes-Albertus, Carsten Kuhlgatz, lehnte die Forderungen dagegen ab. „Es wäre völlig falsch, jetzt eine Debatte über eine Erhöhung der Einkommen- und Mehrwertsteuer zu führen“, sagte Kuhlgatz, der auch dem Vorstand der Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN) angehört. Eine Diskussion würde nur zur Verunsicherung der Bevölkerung führen.

Dies sieht der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover, Wilfried Prewo, ähnlich: „Die Diskussion um die Reichensteuer bringt nichts außer Neid und Missgunst in der Gesellschaft.“ Eine Anhebung von Einkommensteuersätzen müsse nach ihrer Wirkung auf Wachstum und Beschäftigung beurteilt werden. Jede Erhöhung von Ertragsteuern führe zu niedrigerem Sparen, geringeren Investitionen und damit zu niedrigerem Wachstum. Stattdessen sollten die Einkommen- und die Körperschaftsteuer gesenkt sowie Subventionen abgebaut werden.

Der Drogerieunternehmer Rossmann hatte sich gegenüber dieser Zeitung dafür ausgesprochen, nicht nur bei den Schwachen zu sparen. „Wir brauchen eine große konzertierte Aktion, die Reiche und Unternehmer stärker in die Pflicht nimmt und den Staat zu extremer Ausgabendisziplin zwingt“, erklärte Rossmann. Dazu gehöre auch eine Anhebung der Spitzensätze von Einkommen- und Körperschaftsteuer um jeweils 3 Prozentpunkte. Bei den Besserverdienern sei jetzt „nicht kleinkarierter Egoismus, sondern Patriotismus“ gefragt.

lr/ste/mak