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Deutschland / Welt VW will vorerst nicht mit dem „Gelben Engel“ werben
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt VW will vorerst nicht mit dem „Gelben Engel“ werben
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16:13 21.01.2014
Als Reaktion auf den Skandal um gefälschte Zahlen beim ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ will Volkswagen vorerst auf Werbung mit der Auszeichnung verzichten. Quelle: dpa
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München

Als Reaktion auf den Skandal um gefälschte Zahlen beim ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ will Volkswagen vorerst auf Werbung mit der Auszeichnung verzichten. Man erwarte eine lückenlose Aufklärung innerhalb des ADAC, sagte ein VW-Sprecher am Dienstag. Bis dahin gelte: „Wir werden nicht mit dem „Gelben Engel“ werben.“
ADAC-Präsident Peter Meyer lehnte einen Rücktritt ab. Er bekannte sich zu Geschäftsführer Karl Obermair, der Manipulationen beim ADAC zunächst abgestritten und später eingeräumt hatte. Auch die Staatsanwaltschaft München interessiert sich jetzt für die Affäre: Sie startete eine „Vorprüfung“.

Die Behörde teilte mit, aufgrund der Medienberichte prüfe man, ob Straftatbestände berührt sein könnten. Sie betonte zugleich, bisher sei kein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

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Wörtlich heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft: „Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein Anfangsverdacht für eine verfolgbare Straftat besteht und deshalb kein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde.“ Staatsanwaltschaften hätten aber den gesetzlichen Auftrag, ihnen bekanntgewordene Sachverhalte selbstständig und von Amts wegen auf ihre strafrechtliche Relevanz hin zu prüfen. Nun werde „im Rahmen eines Vorprüfvorgangs“ untersucht, ob Straftatbestände vorliegen könnten.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Prüfvorgang berichtet. „Betrug scheidet ja offenbar aus. Bleiben noch Bestechung oder Vorteilsnahme als mögliche Ermittlungs-Tatbestände“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch dem Blatt. Relevant werde dies aber erst, wenn es Anhaltspunkte dafür gebe, dass Geld geflossen sei - dafür gebe es momentan aber keine Anhaltspunkte, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Zu Informationen der „Süddeutschen Zeitung“, wonach Volkswagen erwägt, den „Gelben Engel“ für den VW-Golf zurückzugeben, sagte der VW-Sprecher, es hänge von der weiteren Aufklärung beim ADAC ab, wie man weiter mit dem Preis umgehen werde. Sollten Autohersteller entscheiden, „Gelbe Engel“ zurückzugeben, wäre dies ein weiterer Imageschaden für den Autoclub.

Aufklärung verlangt neben Europas größtem Autobauer VW auch der Verband der deutschen Automobilindustrie VDA. Die vom ADAC angekündigte Transparenz „ist dringend nötig, denn nur so kann die Glaubwürdigkeit des Verfahrens wiederhergestellt werden“, sagte ein VDA-Sprecher der „Welt“.

ADAC-Präsident Peter Meyer will seinen Posten nicht räumen. „Wenn der Wind von vorne kommt, muss man das auch mal aushalten können. In diesem Fall bin ich auch der Garant für die Aufklärung in der Sache“, sagte Meyer der „Bild“. Er verteidigte auch seinen Geschäftsführer. „Wir haben volles Vertrauen in die Arbeit von Dr. Obermair, der mit der umfassenden Aufklärung der Angelegenheit beauftragt ist. Er ist Aufklärer und nicht Verursacher“, sagte Meyer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Meyer schloss zugleich aus, dass bei den Ergebnissen anderer Tests - beispielsweise von Autobahnraststätten oder Kindersitzen - geschummelt wurde. „Unsere Technik- und Verbraucherschutztests werden nach festgelegten, stets nachprüfbaren Kriterien durchgeführt. Teilweise sind Zertifizierungsunternehmen an diesen Tests beteiligt; insofern ist eine Manipulation dort ausgeschlossen.“

Der Kommunikations- und PR-Experte Klaus Kocks forderte dagegen einen sofortigen Managementwechsel beim ADAC. „Der ADAC ist ein Staat im Staat, eine riesige Organisation, die gewaltige Geldmengen bewegt, aber organisiert ist wie ein Kaninchenzüchterverein“, sagte Kocks dem Hessischen Rundfunk. Mit seiner heutigen Führung sei der ADAC nicht in der Lage, das Vertrauen der Autofahrer wiederherzustellen.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) bekannte sich demonstrativ zu dem Autoclub. „Ich bin Mitglied. Und ich bleibe Mitglied“, sagte Kauder dem TV-Sender N24. „Der ADAC ist eine große und zuverlässige Serviceeinrichtung, die auch ich schon in Anspruch genommen habe. Und ich bin dankbar dafür, dass es den ADAC gibt.“ Natürlich seien die Manipulationen nicht in Ordnung. „Aber ich bin nicht bereit, die Serviceeinrichtung ADAC jetzt in Bausch und Bogen zu verurteilen.“

dpa/ska

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