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Deutschland / Welt Airbus steht vor großem Umbruch
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16:14 15.12.2017
ARCHIV - Ein Pilot sitzt am 18.02.2016 im Cockpit eines Airbus A350 XWB, der auf der Airshow in Singapur präsentiert wird. (zu dpa "Führungswechsel bei Airbus: Enders tritt 2019 ab" vom 15.12.2017) Foto: Wallace Woon/EPA/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: EPA
München

Airbus steht vor dem größten personellen Umbruch seiner Geschichte. Vorstandschef Tom Enders will seinen im März 2019 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Fabrice Brégier, Chef der Zivilflugzeugsparte, wird das Unternehmen bereits im kommenden Jahr verlassen – und der mächtige Verkaufschef John Leahy geht Ende Januar in den Ruhestand. Damit verlassen die drei wichtigsten Airbus-Manager innerhalb eines Jahres den Konzern.

Während man beim 59-jährigen Enders von einem geordneten Rückzug sprechen kann, trägt der Abgang des 56-jährigen Bregier die Züge eines Rauswurfs.  Die französische Regierung habe darauf gedrungen, dass beide Topleute Anfang 2018 zeitgleich gehen, sagte ein Insider am Freitag. Aber der inzwischen staatsfreie Airbus-Verwaltungsrat als oberstes Aufsichtsgremium habe sich dem insofern erfolgreich widersetzt, als Enders seinen Vertrag noch erfüllen kann. Als Nachfolger Bregiers wurde schon Landsmann Guillaume Faury benannt. Der 49-jährige ist derzeit Chef des Helikopter-Geschäfts von Airbus –die Nachfolge von Enders ist noch offen. 

Bregier hatte sich bis zuletzt hinter den Kulissen als künftiger Airbus-Chef ins Spiel gebracht. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron habe ihm jedoch beim Griff nach der Macht die Gefolgschaft verweigert, heißt es im Konzern. Deshalb versucht er sich nun  an einer Rolle rückwärts: „Ich halte die Zeit für gekommen, mich Aufgaben außerhalb des Konzerns zuzuwenden."

Zwischen Enders und ihm hatten sich zuletzt Abgründe aufgetan. Hintergrund sind Ermittlungen gegen Airbus in mehreren Ländern wegen Korruptionsvorwürfen.  Wegen dubioser Zahlungen beim Verkauf von Passagierjets ermittelt aktuell nicht nur die britische Antikorruptionsbehörde, sondern auch die Finanzstaatsanwaltschaft Frankreichs. In einem anderen Komplex laufen in Österreich Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verkauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen. Zudem prüfen Staatsanwälte in München ein Verfahren. In den USA drohen Ermittlungen für das Airbus-Verteidigungsgeschäft. 

Enders hatte sich dabei als rigoroser Aufklärer präsentiert und die Ermittlungen per Selbstanzeige gegenüber britischen Behörden ins Rollen gebracht. Dabei geht es um dubiose Zahlungen an Vermittler, die Geschäfte mit Passagierflugzeugen eingefädelt haben. In deren Zentrum steht eine französische Airbus-Verkaufsabteilung, die Enders inzwischen hat auflösen lassen. Das war französischen Airbus-Managern ein Dorn im Auge. Sie haben Enders unterstellt, zu energisch und einseitig aufzuklären.

Enders hatte die 134.000 Beschäftigten bei Airbus zuletzt per Rundschreiben darauf eingestimmt, dass die diversen Ermittlungen in erheblichen Strafzahlungen münden könnten.  Seine volle Konzentration gelte in den verbleibenden Zeit als Konzernchef der Weiterentwicklung von Ethik-Programmen und der Stärkung einer gesetzestreuen Unternehmensverfassung, betonte er. 

Wenn der ehemalige Hubschrauberpilot, Ex-Fallschirmjäger und Reservemajor der Bundeswehr im April 2019 abtritt, wird er 14 Jahre in diversen Spitzenpositionen für Airbus tätig gewesen sein, darunter sieben Jahre allein an der Spitze des Konzerns. Im erbitterten Ringen mit der Politik war es dem Manager gelungen, den Einfluss von Regierungen auf Airbus zurückzudrängen. Deutschland und Frankreich halten heute nur noch je 11,1 Prozent am Unternehmen, Spanien weitere 6,2 Prozent.

Für seine Nachfolge favorisiert Enders offenbar seinen Kollegen Faury. Dieser stehe „stellvertretend für unsere neue Führungsgeneration". Airbus brauche frische Kräfte. Entschieden sei allerdings noch nichts, stellte der Verwaltungsrat klar. Im nächsten Jahr werde man interne und externe Kandidaten für den Chefposten prüfen und den  neuen Mann rechtzeitig vor der Hauptversammlung 2019 bekanntgeben. Ein externer Kandidat könnte mit Blick auf die laufenden Korruptionsermittlungen ratsam sein, um den Willen zum Neuanfang zu unterstreichen –und so die zuständigen Behörden milde zu stimmen.

Von Thomas Magenheim

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