Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Aktionäre billigen Rettungsplan für Solarworld
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Aktionäre billigen Rettungsplan für Solarworld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:57 07.08.2013
Die Rettung von Solar World kann beginnen. Quelle: dpa
Bonn

Die Aktionäre von Solarworld haben dem Rettungsplan für das verschuldete Unternehmen zugestimmt. Damit ist der Weg frei für das geplante Sanierungskonzept. Mit ihm will Vorstandschef Frank Asbeck eine drohende Insolvenz vermeiden und für Solarworld einen Neustart ermöglichen.

Das Ja der Aktionäre erfolgte auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Mittwoch in Bonn. Die Zustimmung lag bei 99,1 Prozent, wie der Konzern am Abend mitteilte. Die Beratungen zogen sich bis in den späten Abend hin, weil wenige Aktionäre immer wieder neue Detailfragen zum Sanierungsplan stellten.

Asbeck zeigte sich nach der Zustimmung erleichtert. „Damit kann der Rettungsplan jetzt fortgeführt werden.“ Asbeck bleibt für fünf weitere Jahre an der Spitze des Unternehmens. Der Vertrag des 53-Jährigen wurde nach Firmenangaben bis zum 9. Januar 2019 verlängert.

Nach Ansicht von Aktionärsschützern war die Entscheidung der Aktionäre alternativlos, da den Anteilseignern im Falle einer Insolvenz ein Totalverlust gedroht hätten. Mit ihrer Zustimmung müssen die Aktionäre allerdings einen weitgehenden Verlust ihrer Anteile hinnehmen. Sie würden „quasi enteignet“, sagte Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Nach den Banken als Darlehensgeber und den Anleihegläubigern waren die Aktionäre abschließend mit Zugeständnissen gefragt. Sie müssen für die Sanierung einen drastischen Kapitalschnitt von unterm Strich 95 Prozent schlucken. Statt 150 Aktien werden sie zunächst nur noch eine Aktie im Depot haben. Bei der zugleich geplanten Kapitalheraufsetzung mit neuen Aktien sind sie außen vor.

Asbeck selbst will wieder mit frischem Kapital von rund 10 Millionen Euro ins Boot steigen. Er käme dann auf einen Anteil von rund 20 Prozent. Daneben soll Qatar Solar mit 35 Millionen Euro einsteigen und mit 29 Prozent größter Einzelaktionär werden.

Bei dem Aktionärstreffen war insgesamt rund 31 Prozent des Kapitals vertreten, so dass eine Annahme des Sanierungspakets gesichert war. Denn allein Asbeck hält 28 Prozent der Anteile und für eine Billigung waren 75 Prozent des anwesenden Kapitals erforderlich.

Die Versammlung war die letzte Etappe im Entscheidungsmarathon über das Rettungspaket. In den vergangenen beiden Tagen hatte Asbeck es geschafft, die Gläubiger von Anleihen über insgesamt 550 Millionen Euro davon zu überzeugen, dass sie auf 55 Prozent ihrer Forderungen verzichten, um dem Unternehmen eine Überlebenschance zu geben. Davor hatten schon die Darlehensbanken den Sanierungsplänen ebenfalls mit dem Verzicht auf Forderungen zugestimmt.

Solarworld beschäftigt am Hauptproduktionsstandort im sächsischen Freiberg, einem weiteren Werk in den USA und in der Bonner Zentrale noch rund 2600 Mitarbeiter. In Spitzenzeiten waren es insgesamt einmal 3500. Der Personalabbau gilt nach Angaben von Solarworld als weitgehend abgeschlossen.

Dem Bonner Konzern dürfte es auch bei einem finanziellen Rettungsakt nach Ansicht von Experten schwer fallen, sich im hartumkämpften Markt zu behaupten. Preisverfall und Überkapazitäten machen Solarworld zu schaffen. Auf der einen Seite drücken Förderkürzungen auf den europäischen Heimatmärkten, auf der anderen Seite die Konkurrenz aus China. Allein 2012 betrug der Verlust knapp 480 Millionen Euro.

Asbeck sagte vor den Aktionären, Solarworld habe eine Zukunft und sei auch wettbewerbsfähig. Bei den Gesamtkosten liege Solarworld kaum über dem Niveau, zu dem die chinesische Konkurrenz produziere. Solarworld liefere ein Qualitätsprodukt und werde weiter in Neuerungen investieren. „Es wird einen technologischen Wettlauf geben, dem sich Solarworld stellen wird.“

dpa

Die deutsche Weltmarke Nivea wird in Amerika und Asien immer beliebter. Das bringt dem Herstellerkonzern Beiersdorf ein stetiges Wachstum. Auch in Deutschland legt das Geschäft wieder zu. Doch andere europäische Märkte schwächeln.

07.08.2013
Deutschland / Welt Turbulenzen auf dem Kali-Markt - K+S muss Gewinnprognose kippen

Wegen der vom Weltmarktführer Uralkali ausgelösten Turbulenzen auf dem Kali-Markt hat der Düngemittel- und Salzhersteller K+S seine Gewinnprognose für 2013 kassiert. Die Aktie erleidet erneut schwere Kursverluste.

Carola Böse-Fischer 07.08.2013

Sony hat sich für eine Konfrontation mit seinem größten Aktionär entschieden: Der japanische Elektronik-Riese schlug die Forderung des US-Milliardärs Daniel Loeb nach einer Zerschlagung des Konzerns ab. Damit wächst auch der Erfolgsdruck für Sony-Chef Kazuo Hirai.

06.08.2013