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Deutschland / Welt Aldi verkauft Immobilien an die Allianz
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Aldi verkauft Immobilien an die Allianz
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14:35 16.08.2010
Quelle: dpa
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Europas größter Versicherungskonzern Allianz will Immobilien des Discounters Aldi Süd kaufen. Beim Bundeskartellamt ist das Vorhaben, über das die „Financial Times Deutschland“ am Montag berichtete, bereits angemeldet, wie eine Sprecherin der Behörde in Bonn bestätigte. Demnach geht es um den „Erwerb von Immobilien der Aldi Grundstücksgesellschaft“. Eine Allianz-Sprecherin wollte sich zu den Plänen zwar zunächst nicht äußern, kündigte aber nähere Informationen dazu an. Laut „FTD“ ist die Größenordnung nicht bekannt, in der Branche werde aber ein umfangreicheres Geschäft vermutet.

Die Allianz hatte sich noch vor Ausbruch der Finanzkrise vor drei Jahren von einem milliardenschweren Immobilienpaket getrennt, als die Preise noch deutlich höher als jetzt lagen, wie es in dem Bericht hieß. Ein Ausbau der Immobilien-Anlagen würde nun eine Änderung der Strategie bedeuten. Angesichts der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten böten Immobilieninvestitionen den Versicherern stetige Einnahmen. Gerade die Lebensversicherer, die ihren Kunden eine Zinsgarantie auf Lebens- und Rentenpolicen geben, seien darauf angewiesen.

Die Immobilientochter der Allianz richte derzeit ihr Geschäft neu aus und wolle sich auf größere Objekte konzentrieren. Auch ein stärkeres Engagement im Einzelhandelssektor sei erklärtes Ziel. Aldi Süd wiederum würde mit dem Verkauf eigener Immobilien noch stärker vom Mietmarkt abhängen, der wegen hoher Leerstände derzeit aber gute Verhandlungsspielräume biete, hieß es. Laut „FTD“ hatte das Unternehmen Ende 2008 über die Tochter Aldi Immobilien 88 Filialgrundstücke im Bestand. Insgesamt betrieben die Regionalgesellschaften der Aldi-Süd-Gruppe allein in Deutschland fast 1780 Filialen, hieß es in dem Bericht.

Eine Anmeldepflicht für solche Transaktionen beim Bundeskartellamt ergibt sich ab einer bestimmten Umsatzschwelle der beteiligten Unternehmen. „Es handelt sich um eine ganz reguläre Fusionsprüfung“, sagte die Behördensprecherin, ohne sich zu Details des Geschäfts zu äußern. Nach Eingang der Anmeldung prüfen die Kartellwächter einen Monat lang, ob es wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen die Pläne gibt. Falls ja, würde die Behörde ein Hauptprüfverfahren einleiten, dafür seien ihr in diesem Fall aber keinerlei Anhaltspunkte bekannt, sagte die Sprecherin.

dpa