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Deutschland / Welt Amazon, Audi und DHL testen neue Belieferung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Amazon, Audi und DHL testen neue Belieferung
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08:41 23.04.2015
Von Lars Ruzic
Tut nur Pakete hinein, nimmt keine heraus: Der DHL-Bote kann den Audi per Fernbedienung öffnen. Quelle: dpa
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Hannover

Was lassen sich Onlinehändler und Paketdienste nicht alles einfallen, um den Kunden die Annahme ihrer Waren zu erleichtern (und ihre eigenen Umsätze in die Höhe zu treiben)? Riesige Paketstationen tauchen da plötzlich im Stadtbild auf – was selbiges nicht schöner macht. Bald soll jedermann auch eine vor seiner Haustür aufstellen können. Drohnen fliegen durch die Luft, um  das neueste Videospiel noch am selben Tag zuzustellen.

Und nun wollen sie auch noch an den Kofferraum der Autos. Wo doch gerade die Deutschen das Gefährt als Teil ihrer Privatsphäre ansehen. Mit einer „vorübergehenden digitalen Zugangsberechtigung“ soll der Zusteller „einmalig“ den Kofferraum öffnen und seine Pakete hineinlegen können. „Mit dem Schließen des Kofferraums verriegelt das Fahrzeug automatisch.“ Versprechen zumindest der Onlinehändler Amazon, die Postsparte DHL und die VW-Tochter Audi, die von Mai an im Raum München die Zustellung in den Kofferraum testen wollen. Bei dem Pilotprojekt werde es nicht bleiben, verspricht Amazon. Kunden sollen in Zukunft weltweit „den Kofferraum ihres Wagens als Zustellort nutzen können“. Das mache den Einkauf „noch einfacher und flexibler“, meint Amazon-Manager Michael Pasch.

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Und das geht so: Der Nutzer muss bei der Bestellung zunächst den ungefähren Standort seines Fahrzeugs angeben. Der Zusteller bekommt danach mit Zustimmung des Besitzers die exakte Position des Fahrzeugs über den Dienst „Audi Connect“ übermittelt. Der Zugang ist auf einen kurzen Zeitraum begrenzt und an die Bestellung gebunden, betonen die Partner. Mit anderen Worten: Der Paketbote öffnet in diesem Augenblick den Kofferraum, als halte er die Fernbedienung des Fahrzeuginhabers in der Hand.

So ließen sich Waren auch auf öffentlichen Parkplätzen, an den Arbeitsplatz oder vor die Haustür liefern, heißt es – wobei gerade bei Letzterem die Sinnhaftigkeit angezweifelt werden darf. Das Beruhigende für alle Audi-Fahrer: An dem Pilotprojekt nehmen nur Fahrzeuge mit spezieller Sonderausstattung teil.