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Deutschland / Welt Anleger dürfen sich auf Geldregen freuen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Anleger dürfen sich auf Geldregen freuen
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20:40 21.12.2014
Von Stefan Winter
Ein bisschen mehr: Insgesamt zahlen die Dax-Konzerne ihren Aktionären wohl rund 30 Milliarden Euro an Dividenden. Quelle: Boris Roessler
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Hannover

Die Analysten der Commerzbank sagen für die 30 größten Aktiengesellschaften insgesamt 30,3 Milliarden Euro Ausschüttungssumme voraus. Damit liegen sie zwar am oberen Ende der Prognosen, der Durchschnitt liegt bei 29,3 Milliarden, aber so oder so: Der Dividendenrekord aus 2007 würde übertroffen. Obwohl Aktien im Moment nicht gerade billig sind, sichern die wachsenden Ausschüttungen vergleichsweise gute Renditen. Die Dividendenrendite - also das Verhältnis der erwarteten Ausschüttung zum Aktienpreis - sehen die Commerzbank-Experten bei knapp 3 Prozent. Ganz vorn liegt die Allianz mit 5 Prozent.

Der Aufwärtstrend erklärt sich nicht nur aus steigenden Gewinnen - die Studie sagt hier im Schnitt 6 Prozent Zuwachs voraus. Es wird auch mehr vom Gewinn verteilt, denn den Konzernen fehlen im Moment schlicht Anlagemöglichkeiten. Nach den Erfahrungen der Finanzkrise haben sie sicherheitshalber dicke Liquiditätspolster gesammelt, doch die bringen keine Zinsen mehr. Im Gegenteil: Die Konzerne mit ihren Milliardenbeständen müssen teilweise bereits Negativzinsen zahlen.

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Da fällt es leichter, mit einem Teil des Geldes die Aktionäre froh zu machen. Knapp 39 Prozent der Gewinne aus diesem Jahr dürften im Frühjahr nach den Hauptversammlungen ausgeschüttet werden, in diesem Jahr waren es noch 36,5 Prozent. Die deutschen Konzerne, in dieser Hinsicht traditionell zurückhaltend, arbeiten sich langsam nach oben. Die Hälfte des Gewinns, wie es Aktionärsvertreter oft fordern, geben aber nur wenige weiter. Manchmal wird diese Quote auch nur erreicht, weil der Gewinn deutlicher abrutscht, als man den Aktionären zumuten möchte - zuletzt zum Beispiel bei Eon. Auch bei der Telekom hinterlässt eine hohe Ausschüttungsquote zwiespältige Gefühle: In den vergangenen Jahren waren es jeweils mehr als 100 Prozent, es wurde also aus der Substanz draufgelegt.

Offiziell werden die Dividenden erst vorgeschlagen, wenn die Bilanzen für 2014 auf dem Tisch liegen, doch die Richtung haben einige Unternehmen schon mehr oder weniger deutlich vorgegeben. Daimler-Finanzchef Bodo Uebber sagte der „Börsen-Zeitung“ jüngst, es gebe „eine gute Grundlage, um eine höhere Dividende vorzuschlagen“. VW-Kollege Hans Dieter Pötsch wird da nicht nachstehen, zumal sein Konzern mit zuletzt 21 Prozent Ausschüttungsquote noch deutlich unter dem selbst gesteckten - und aus Anlegersicht immer noch bescheidenen - Ziel von 30 Prozent liegt. Hier ist der Optimismus der Commerzbank-Analysten besonders ausgeprägt: Sie erwarten für die VW-Vorzüge einen Dividendensprung um die Hälfte auf 6,06 Euro. Der Durchschnitt der anderen Analysten pendelt sich bei 4,91 Euro ein - immerhin auch ein Plus von mehr als 25 Prozent.

Insgesamt 19 Dax-Konzerne werden die Dividende nach Commerzbank-Schätzung erhöhen, neun werden sie konstant halten - wobei ihr eigenes Institut seit der staatlichen Rettung 2008 konstant keine Dividende zahlt. Nur zwei Unternehmen - Eon und Lufthansa - werden die Dividende den Prognosen zufolge senken.