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Deutschland / Welt Arbeitgeber fordern Tarifeinheit
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07:40 17.02.2012
Dieter Hundt kritisiert kleine Gewerkschaften. Quelle: dpa
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Berlin

Der Arbeitgeberchef verwies darauf, dass es für die Flughafenbeschäftigten insgesamt einen gültigen Tarifvertrag gebe. Eine gesetzliche Regelung zur Wahrung der Tarifeinheit stehe „mit hoher Priorität auf der Tagesordnung“, sagte Hundt. Er bedauere es sehr, dass sich die Bundesregierung bislang dazu nicht habe durchringen können. Ursprünglich hatten Arbeitgeber und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gemeinsam eine Gesetzesinitiative von der Bundesregierung verlangt. Nach kontroverser Debatte im DGB und vor allem wegen Vorbehalten der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wurde die Forderung von den Gewerkschaften jedoch fallen gelassen.

Die aktuellen Forderungen der großen Gewerkschaften nach bis zu 6,5 Prozent mehr Lohn hält Hundt für „realitätsfern und kaum ernst zu nehmen“. Zwar räumte er ein, dass die wirtschaftliche Lage der Unternehmen überwiegend gut sei und die wirtschaftlichen Prognosen für 2012 nach seiner Einschätzung zu skeptisch ausfielen. Allerdings werde das Wachstum nur etwa ein Drittel des Vorjahres erreichen und die Produktivität allenfalls halb so stark wachsen wie 2011. „Damit ist eins klar: Die Tariflohnsteigerungen werden in diesem Jahr ebenfalls nicht so hoch sein können wie im Vorjahr“, dämpfte Hundt die Erwartungen.

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Im vergangenen Jahr lag das tarifvertraglich vereinbarte Lohnplus nach seinen Angaben je nach Branche zwischen 1,5 und 4,1 Prozent, zumeist um 3 Prozent. In diesem Frühjahr stehen drei große Tarifrunden an: in der Metallindustrie, im öffentlichen Dienst und in der Chemieindustrie. „In diesem Jahr wird es darauf ankommen, auch die konjunkturellen Unsicherheiten zu berücksichtigen“, mahnte Hundt. Den Gewerkschaften warf der Unternehmer vor, mit ihren Lohnforderungen „nach wie vor überholte Rituale“ zu pflegen.

Arnold Petersen