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Deutschland / Welt Arcandor-Chef Eick verteidigt 15-Millionen-Euro-Abfindung
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Arcandor-Chef Eick verteidigt 15-Millionen-Euro-Abfindung
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11:31 31.08.2009
Der scheidende Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick verteidigt seine Abfindung über 15 Millionen Euro. Quelle: ddp
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Der scheidende Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hat seine Abfindung von 15 Millionen Euro verteidigt. „Ich komme aus einfachen Verhältnissen und weiß, dass 15 Millionen Euro sehr viel Geld ist - auch für mich“, sagte Eick der „Bild am Sonntag“.

Eick sagte der „BamS“, er habe seine Bezüge „immer sehr transparent offengelegt und gesagt, dass ich lieber hart und mit Herzblut arbeiten und nicht vorzeitig aufhören möchte“, sagte der Manager. Der Ex-Telekom-Vorstand hatte Arcandor vor der Pleite nur ein halbes Jahr geleitet. Eine Diskussion über die Abfindung „wird es geben, und ich kann und will sie auch nicht verhindern“, sagte er.

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Dem „Spiegel“ sagte Eick, er finde Kritik an der Höhe seiner Abfindung „nicht gerecht“. Die Summe zahle nicht Arcandor, sondern der Großaktionär Sal. Oppenheim. Das Bankhaus hatte Eick garantiert, auch bei einer Insolvenz die nächsten fünf Jahren je drei Millionen Euro zu erhalten. Voraussichtlich wird Eick am Dienstag mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens sein Amt niederlegen.

Der Manager sagte der „Bild am Sonntag“, er trage keine Verantwortung für die Insolvenz. „Das weise ich mit allem Respekt zurück. Ich war keine sechs Monate operativ tätig und in so einer kurzen Zeit kann man keinen Konzern in eine lebensbedrohliche Schieflage bringen“, sagte der Ex-Telekom-Vorstand, der Arcandor nicht gerettet hat. „Viele der Ursachen liegen in der Vergangenheit. “

Arcandor-Konzernbetriebsrat Hellmut Patzelt kritisierte die Millionenabfindung scharf. „Ich habe dafür kein Verständnis und kann den Frust vieler Angestellter darüber verstehen“, sagte Patzelt der „Bild am Sonntag“. „Die Kollegen haben harte finanzielle Einschnitte hinter und vielleicht noch vor sich. Wir befürchten im Kaufhausbereich Lohnkürzungen bis zu 12 Prozent, die tun jeder Verkäuferin weh.“

Kritik kam auch vom Betriebsrat der Arcandor-Tochter Quelle. „Für uns ist nur schwer verständlich, dass Herr Eick eine so hohe Summe bekommt. Schließlich ist er als Manager gescheitert“, sagte der Quelle-Betriebsratsvorsitzende Ernst Sindel. „Er wollte und sollte Karstadt/Quelle retten. Für das Scheitern sollte man grundsätzlich nicht belohnt werden.“

Eick sagte dem „Spiegel“, er glaube, dass die Arcandor-Tochter Karstadt trotz Insolvenz überleben werde. „Man kann Karstadt rentabel betreiben, davon bin ich zutiefst überzeugt.“ Dazu sei es nötig, sich von unrentablen Häusern zu trennen und weitere Potenziale für Einsparungen zu nutzen. Eine Fusion mit der Konkurrenz-Kette Kaufhof sei „nicht zwingend notwendig“. Der Versandhändler Primondo habe ebenfalls gute Chancen, nach der Insolvenz weiter zu bestehen.

Eick sagte, er bedaure, sein Versprechen, Arcandor als Ganzes zu erhalten, nicht eingelöst zu haben. Für die kommenden fünf Jahre hätten dem Unternehmen rund hundert Millionen Euro gefehlt. Die Großaktionäre Sal. Oppenheim und Familie Schickedanz seien weder willens noch in der Lage gewesen, die Summe beizusteuern.

afp