Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Aus für sieben Altmeiler ist besiegelt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Aus für sieben Altmeiler ist besiegelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:27 27.05.2011
Die sieben ältesten Atomkraftwerke in Deutschland sollen nicht wieder ans Netz gehen. Quelle: dpa
Anzeige

Zur Zukunft des Atomkraftwerks Krümmel gab es keine Einigung. In einer Protokollnotiz sprechen sich neun der 16 Länder dafür aus, dieses AKW, das wegen vieler Pannen schon länger stillsteht, nie wieder hochzufahren.
Wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mitteilte, konnten sich die Ressortchefs nicht auf ein konkretes Datum verständigen, bis wann der letzte Meiler abgeschaltet werden muss. Laut Röttgen waren die Jahre 2017 und 2022 im Gespräch. Die Entscheidung über die sieben Altmeiler ist für Röttgen aber gefallen: „Alle Meiler, die im Moratorium sind, gehen dauerhaft vom Netz.“

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) begrüßte das absehbare Aus für die sieben Atomkraftwerke. Er gehe davon aus, dass im Südwesten die Meiler Neckarwestheim I und Philippsburg I nie wieder ans Netz gingen. Ferner wären betroffen: Isar I (Bayern), Biblis A und B (Hessen), Unterweser (Niedersachsen) und Brunsbüttel (Schleswig-Holstein).

Anzeige

Die Umweltminister forderten angesichts des angepeilten Atomausstiegs einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien. Der Anteil am Strom solle bis 2020 auf 40 Prozent steigen, sagte Röttgen. Bislang war 35 Prozent als Ziel genannt worden. Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) sagte, sie verspreche sich vom Atomausstieg einen Schub für Investitionen. Der Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel (Grüne), betonte, die Minister hätten sich für einen gesetzlich verankerten Ausstieg ohne jede Hintertür ausgesprochen.

Unklar ist die Zukunft der Brennelementesteuer, sie könnte nun aber nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa doch bleiben. Teile der Union hatten das Aus erwogen, damit die Atomkonzerne mehr Luft haben, um in erneuerbare Energien zu investieren. FDP-Chef Philipp Rösler stemmt sich dagegen. Die Union müsse sagen, wie sie das gegenfinanzieren wolle, sagte der Wirtschaftsminister der „Bild“-Zeitung.

Am Sonntag wollen die Spitzen der Koalition über den Atomausstieg und die Zukunft der Steuer sprechen, die bei der erstmaligen Benutzung neuer Brennelemente für die AKW-Betreiber fällig wird. Sie sollte dem Bund bis 2016 jährlich bis zu 2,3 Milliarden Euro bringen. Wenn aber im Zuge der Reaktorkatastrophe von Fukushima bis zu acht Meiler stillgelegt werden, würden sich die Einnahmen stark mindern.

Die Konzernbetriebsräte der Kernkraftbetreiber kritisierten Kanzlerin Angela Merkel wegen des geplanten Atomausstiegs. Es gebe keinen Anlass, Hals über Kopf auszusteigen, erklärten Arbeitnehmervertreter der Energiekonzerne EnBW, e.on, RWE und Vattenfall.

dpa