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Deutschland / Welt Auto-Experte warnt vor Risiken bei VW-Porsche-Integration
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Auto-Experte warnt vor Risiken bei VW-Porsche-Integration
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07:48 14.08.2009
Der VW-Vorstandschef Martin Winterkorn (Foto) wurde vom Porsche-Aufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden des Sportwagenherstellers bestellt.
Der VW-Vorstandschef Martin Winterkorn (Foto) wurde vom Porsche-Aufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden des Sportwagenherstellers bestellt. Quelle: Nigel Treblin/ddp
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"Ein Problem sehe ich darin, dass Volkswagen zu viel Liquidität, die der Konzern derzeit noch hat, jetzt für diesen Deal ausgibt", sagte Stefan Bratzel von der Fachhochschule Bergisch-Gladbach der "Berliner Zeitung". Die Krise könne aber noch lange anhalten. Bratzel rechnet mit bis zu zwei Jahren. In der Zeit werde VW noch einige Ausgaben haben. "Zudem muss der Konzern kräftig in Zukunftstechnologien investieren."

Die Integration müsse so vollzogen werden, dass möglichst wenig Liquidität verbraucht werde, sagte der Auto-Experte. In diesen Krisenzeiten müsse man sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, das brauche hohe Aufmerksamkeit, warnte Bratzel. Insgesamt sei Volkswagen aber sehr gut aufgestellt. "VW hat eine strategische Größe, die im globalen Wettbewerb sehr wichtig ist. Ich sehe der Zukunft des Konzerns deshalb sehr optimistisch entgegen", sagte der Auto-Experte.

Die IG Metall begrüßte die Grundlagenvereinbarung zwischen Volkswagen und Porsche zur Bildung eines integrierten Konzerns. "Die Vereinbarung legt den Grundstein für einen starken Automobilkonzern mit sicheren Arbeitsplätzen für die Beschäftigten", erklärte Gewerkschaftschef Berthold Huber in Wolfsburg. Zu den Gewinnern der Grundlagenvereinbarung gehörten die Belegschaften, deren Belange gesichert würden. Das gelte besonders für den uneingeschränkten Erhalt der erweiterten Mitbestimmung und des VW-Gesetzes. Der Gewerkschafter hob außerdem das in der Vereinbarung enthaltene Bekenntnis zu den Tarifverträgen hervor.

Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hatten am Donnerstag einer Grundsatzvereinbarung zugestimmt, die die Übernahme von Porsche in Etappen bis 2011 vorsieht. Der Porsche-Aufsichtsrat bestellte zudem den VW-Vorstandschef Martin Winterkorn zum Vorstandsvorsitzenden des Sportwagenherstellers.

afp

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