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Deutschland / Welt Autobauer Daimler zieht geplante Tariferhöhung vor
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Autobauer Daimler zieht geplante Tariferhöhung vor
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19:24 29.11.2010
Im vergangenen Jahr war die Daimler-Belegschaft wegen eines Milliardenverlusts nicht am Ergebnis beteiligt worden. Quelle: dpa
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Daimler-Chef Dieter Zetsche sagt nach der Krise „Danke“ und lässt seine Beschäftigten am Aufschwung teilhaben. „Wir werden mit Sicherheit in Rechnung stellen, dass die Mitarbeiter einen signifikanten Beitrag geleistet haben, dass wir letztlich stärker aus der Krise hervorgegangen sind“, sagte der Manager in Stuttgart. „Es zeichnet sich ab, dass sich ein signifikanter Erfolg und damit auch eine signifikante Erfolgsbeteiligung ableiten lässt.“ Von dem Bonus, dessen Höhe Anfang nächsten Jahres feststehen soll, profitieren rund 130 000 Beschäftigte in Deutschland.

Am Montag kündigte der Premiumhersteller zudem an, wie erwartet die Entgelterhöhung für seine 120 000 Tarifbeschäftigten vorzuziehen. „Die Belegschaft hat durch Verzicht und enormen Einsatz einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die schwierigen Zeiten gut zu bewältigen“, sagte Betriebsratschef Erich Klemm. Wie mehrere hunderttausend andere Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie können sich die Daimler-Beschäftigten damit von 1. Februar 2011 an über 2,7 Prozent mehr Geld freuen – zwei Monate früher als ursprünglich geplant. Zuvor hatten diesen Schritt bereits Unternehmen wie Bosch, Porsche, Audi und Siemens angekündigt.

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Im vergangenen Jahr war die Daimler-Belegschaft wegen eines Milliardenverlusts nicht am Ergebnis beteiligt worden – statt dessen gab es eine Sonderzahlung von 500 Euro. Über die bisher höchste Prämie von 3750 Euro durften sich die Mitarbeiter für das Geschäftsjahr 2007 freuen.

„Das Geschäft läuft gut“, sagte Zetsche. Es gebe zwar bremsende Faktoren wie die Rohstoff- oder Wechselkursentwicklung: „Aber insgesamt gesehen sind wir sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung. Insofern kann ich unsere Prognose in vollem Umfang bestätigen.“ Einen operativen Gewinn von 7 Milliarden Euro wollen die Schwaben in diesem Jahr einfahren. Im Krisenjahr 2009 stand noch ein Verlust von minus 1,5 Milliarden Euro in den Büchern. Doch trotz der positiven Geschäftsentwicklung sei ein Ausbau der Beschäftigtenzahl derzeit bei Daimler kein Thema, sagte Zetsche. Der Kostendruck bleibe hoch. Weltweit arbeiten bei Daimler derzeit etwa 256 000 Menschen, davon rund 163 000 in Deutschland.

China bleibt für den Manager der Wachstumsmarkt der Zukunft. „Wir prognostizieren, dass wir im Jahr 2015 über 300 000 Autos in China verkaufen werden.“ Künftig will der Autobauer 70 Prozent der Fahrzeuge für den chinesischen Markt vor Ort produzieren und den Rest importieren. Bisher ist das umgekehrt. Aus diesem Grund solle bis 2015 die Kapazität in China auf mehr als 200 000 Einheiten aufgestockt werden.

In China wollen die Stuttgarter künftig neben der C- und E-Klasse zwei oder drei weitere Modelle produzieren. „Die Bandbreite geht von der Nachfolgegeneration der A- und B-Klasse über Geländewagen bis hin zu den Limousinen“, sagt Zetsche.

Der Daimler-Chef räumt ein, dass er gerne früher als 2013 einen neuen Kleinwagen mit dem Partner Renault gesehen hätte. „Wenn wir den Partner früher gefunden hätten, wäre es schön gewesen, ein Jahr früher mit dem Smart-Nachfolger auf den Markt zu kommen“, sagte Zetsche. Auch bei den Kompaktwagen will Daimler künftig mehr Gas geben und bis 2013 vier Modelle auf den Markt bringen.

dpa