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Deutschland / Welt Autokonzerne sorgen selbst für Strom
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Welt Autokonzerne sorgen selbst für Strom
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21:17 26.08.2011
Windpark in der Nordsee: Auch Autokonzerne denken über einen Einstieg nach. Quelle: dpa
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München/Hamburg

VW baut die Versorgung seiner Fabriken mit regenerativ erzeugter Energie aus, will sie aber auch für künftige Elektromobile einsetzen. Andere Autohersteller streben in eine ähnliche Richtung. So will BMW in seinem Leipziger Werk Windräder aufstellen und versorgt eine US-Fabrik zu einem großen Teil über Methangas mit Energie.

Bei VW hat das gesamte Engagement in diesem Bereich mittlerweile beträchtliche Dimensionen. Die „Financial Times Deutschland“ berichtet, dass in den kommenden zwei Jahren insgesamt fast eine Milliarde Euro in die Erzeugung von Strom aus Wind-, Solar- und Wasserkraft investiert werden soll. „Fest eingeplant sind aktuell auf jeden Fall 600 Millionen Euro für die regenerativen Energien“, erklärte VW.

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Laut FTD will VW sich an mindestens zwei Windparks beteiligen. Im ersten Schritt solle die Leistung des Parks 200 Megawatt, etwa ein Fünftel der Leistung eines Atomkraftwerks, betragen. Anschließend wolle VW direkt weiterverhandeln.

Der Konzern will 2018 nicht nur der wirtschaftlich stärkste, sondern auch der „grünste“ Autoproduzent der Welt sein. Bis 2020 soll der Ausstoß von Kohlendioxid in der Autoproduktion um 40 Prozent gesenkt werden. In Brasilien steckt Volkswagen 120 Millionen Euro in den Bau zweier Wasserkraftwerke. Die deutschen Standorte beziehen vom übernächsten Jahr an etwa jede zehnte Kilowattstunde an Energie aus österreichischer Wasserkraft. Gleichzeitig kann der Stromvertrieb auch neue Geschäftsfelder in der Elektromobilität erschließen. Geplant sind „Energiepakete“ für den Betrieb von E-Autos.

Der Umstieg auf Elektroantrieb habe nur dann einen Sinn, wenn man den Strom „grün“ erzeuge, heißt es bei VW. Bei der aktuellen Stromerzeugung produziere ein E-Auto pro Kilometer so viel CO2 wie ein sparsamer Verbrennungsmotor, bringe also keinen nennenswerten Fortschritt. Deshalb sollen die ersten E-Autos im Paket mit Ökostrom-Lieferungen verkauft werden.

Ein ähnliches Konzept verfolgt BMW, wo man für das Leipziger Werk den Aufbau von vier Windrädern mit einer Gesamtleistung von zehn Megawatt plant. In Leipzig werden künftig der elektrische Cityflitzer „i3“ und der Hybrid-Sportwagen „i8“ produziert, die 2013 und 2014 auf den Markt kommen sollen. Die besonders leichten Karbonteile für die neuen Fahrzeuge werden aus Moses Lake in den USA kommen, wo der Strom für die Produktion komplett aus Wasserkraft stammt. Auch für alle anderen Werke weltweit werde der verstärkte Einsatz regenerativer Energien geprüft, sagte ein BMW-Sprecher in München. „Das ist bares Geld, was man einspart.“

rtr/dpa